Aktivierung am Vormittag
Am Samstag stand zum Abschluss des Trainingslagers in Südtirol für den 1. FC Nürnberg das Testspiel gegen den italienischen Zweitligisten FC Palermo an. Nur die nicht im Kader stehenden Jan Reichert und Neuzugang Mikayil Faye suchten am Vormittag noch einmal den Trainingsplatz in Gais für eine individuelle Einheit auf, während sich der Rest der Mannschaft im Gym aktivierte.

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FCN wechselte nach 60 Minuten durch
Um 16:30 Uhr begann die Partie mit 30 Minuten Verspätung im rund 40 Kilometer entfernten Vahrn. Wie bereits am Vortag angekündigt, wechselte Miroslav Klose seine Mannschaft während der Partie nahezu komplett durch. Während Robin Lisewski und Nicolas Ortegel jeweils eine Halbzeit im Tor standen, kamen nach 60 Minuten zehn neue Feldspieler.

„Kurz locken, im richtigen Moment tief“
„Erste Halbzeit müssen wir uns belohnen“, resümierte Miroslav Klose nach der Begegnung mit dem Team von Italiens Legende Filippo Inzaghi, das eine Woche später als der Club in die neue Saison startet. Tatsächlich hätte der FCN deutlich höher führen müssen als nur mit 1:0 zur Pause.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten fand der Club schnell zu seinem Spiel und ging nach zehn Minuten nach einem Eckball durch Mohamed Ali Zoma in Führung. „Wie sie es gespielt haben, das ist genau mein Spiel: kurz locken, im richtigen Moment tief. Timing war gut“, zeigte sich der Clubtrainer zufrieden.

Immer wieder kombinierten sich die Franken über den spielfreudigen Julian Justvan durch, der vom rechten Flügel in die Mitte zog. Von dort aus wurde regelmäßig die Verlagerung auf den auf der linken Seite isolierten Mohamed Ali Zoma gesucht. Nach diesem Muster fiel auch das 2:0 nach 48 Minuten. Adam Markhiyev spielte diagonal auf den 22-jährigen Italiener, dessen Dribbling nur durch ein Foul gestoppt werden konnte. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Gefoulte sicher.
Variables Nürnberger Mittelfeld
„Wir haben vorne rum die Option, hinten im Rückraum die Option. Das war schon gut“, freute sich Klose über die Variabilität seiner Elf. Immer wieder rochierten die Positionen im Mittelfeld: „Mir ist wichtig, dass die Positionen immer besetzt sind“, sagte Klose über sein Mittelfeld um Markhiyev, Finn Becker und Javi Fernandez, das dabei viele Freiheiten genießen durfte.
„Die machen das gut, die wechseln sich ab. Jeder hat Ruhe am Ball, jeder trifft gute Entscheidung. Das hat heute richtig Spaß gemacht, zuzuschauen.“
Schwache Chancenverwertung – Führung verspielt
In der 60. Minute traf Becker allerdings eine falsche Entscheidung, als er einen Ball direkt in die Füße eines Gegenspielers mitnahm. Nach der Balleroberung schalteten die Sizilianer schnell um und erzielten unmittelbar vor dem zehnfachen Wechsel den Anschlusstreffer.
Die Stunde zuvor hatte Piet Scobel erneut seine gute Form bestätigt, indem er den ein oder anderen langen Ball im Infight mit den gegnerischen Innenverteidigern festmachen konnte.

Auch mit zehn neuen Feldspielern setzte sich die mangelhafte Chancenverwertung fort. Can Moustfa und Sigurd Haugen vergaben beste Möglichkeiten zum vorentscheidenden 3:1. Fast im Gegenzug kam Palermo gegen die hoch stehende Nürnberger Defensive zum Ausgleich. Tobias Heß rückte heraus, Khalid El Haija konnte den tief startenden gegnerischen Angreifer nicht mehr einholen – 2:2 und gleichzeitig der Endstand.
Zufriedener und optimistischer Klose
„Das Einzige ist, dass wir mehr Tore machen müssen“, wollte Klose mit der verspielten Führung nicht allzu hart ins Gericht gehen. „Heute war schon wieder deutlich besser. Das was wir gemacht haben von unseren Prinzipen, war mit und gegen den Ball schon richtig gut. Da bin davon überzeugt, dass das auch noch besser wird“, blickte der 48-Jährige optimistisch auf die letzten beiden Wochen der Vorbereitung.
Nach dem Auslaufen am Sonntagvormittag geht es für den 1. FC Nürnberg zurück in die Heimat. Damit endet das Sommertrainingslager 2026.


