Kein neunter Aufstieg
Wenn am Samstag der 1. FC Nürnberg in Bielefeld gastiert, treffen die beiden Rekordaufsteiger aufeinander. Sowohl dem FCN als auch der Arminia gelang der Aufstieg in die Bundesliga bereits achtmal – und damit so oft wie keinem anderen Verein. Auf den neunten müssen beide jedoch mindestens noch eine Saison warten. Bielefeld hat als Tabellendreizehnter gerade mal einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz – und auch der Club dürfte vor allem froh sein, wenn er die 40-Punkte-Marke knackt, was mit einem Auswärtssieg der Fall wäre.
Intensiv
Was den FCN erwartet, ist ein Gegner, der sich stark über seine Intensität definiert. Die ligaweit meisten Sprints, die meisten intensiven Läufe und die zweitmeisten abgespulten Kilometer stehen sinnbildlich dafür. Nachdem die Mannschaft von Mitch Kniat phasenweise auch in einer Fünferkette tief verteidigte, presst man den Gegner mittlerweile wieder im Mann-gegen-Mann. Über die gesamte Saison gesehen ist man sogar das Team, das dem Gegner durchschnittlich die wenigsten Pässe im Spielaufbau gestattet.
Tempo nutzen
„Dass viele Spieler in Bewegung sind und dass jeder Pass eine Botschaft hat. Die Positionierungen müssen gut sein, weil du nur ganz wenig Zeit bekommst“, skizziert FCN-Trainer Miroslav Klose als Lösung. Um die vielen 1-gegen-1-Situationen aufzulösen, könnten Spieler wie Finn Ole Becker, die zuletzt selten beginnen durften, eine wichtige Rolle einnehmen.
Chancen bestehen zudem, wenn man den Ball kontrolliert in den Rücken der Bielefelder Innenverteidiger spielt. Sowohl Maximilian Bauer als auch Robin Knoche haben ihre Stärken nicht in der Beweglichkeit und Geschwindigkeit. Der ehemalige Kapitän des Clubs kommt beispielsweise auf einen Top-Speed von 29,7 km/h in dieser Saison – Nürnbergs Top-Torjäger Mohamed Ali Zoma mit über 35,5 km/h auf fast 6 km/h mehr.
Flanken und Standards
Achten muss der Club zugleich auf gegnerische Standardsituationen. 41% (insgesamt 17) der Bielefelder Tore resultieren aus ruhenden Bällen – was auch mit dem ehemaligen Nürnberger Tim Handwerker zusammenhängt. Zwar saß er zuletzt nur auf der Bank, war mit seinem linken Fuß aber schon an neun Treffern direkt beteiligt.
Ansonsten attackiert die Arminia, die im 4-3-3 agiert, viel über beide Flügel. Von dort aus schlägt man viele Hereingaben und sucht den Weg in die Tiefe. Folglich schlägt man die meisten Flanken der Liga, steht am häufigsten im Abseits – und traf bereits elfmal per Kopf.
Reaktion zeigen
Für den FCN wird es auf der „Alm“ darauf ankommen, eine Reaktion auf das enttäuschende Heimspiel gegen Dynamo Dresden zu zeigen. In den letzten zwei Auswärtsspielen blieb man ungeschlagen, wodurch man die Serie auf drei ausbauen könnte – mehr als drei gab es unter Klose noch nie. Andernfalls könnte eine Niederlage die Stimmung rund um den Club erneut deutlich ins Negative drehen.


