Optionen verloren
„Ich gehe absolut mit, dass wir auch Konkurrenzkampf gewonnen haben“, resümierte FCN-Trainer Miroslav Klose Anfang September mit Blick auf die verschiedenen Optionen im Kader des 1. FC Nürnberg. Der ehemalige Stürmer betonte bereits mehrfach, wie wichtig der interne Konkurrenzkampf für seine Arbeit sei.
Durch die langfristigen Ausfälle der gesetzten Offensivspieler Finn Ole Becker und Mohamed Ali Zoma hat sich die Situation allerdings verändert. Zwar fehlen Klose damit zwei wichtige Leistungsträger – und dennoch ist die Nürnberger Offensive weiterhin prominent besetzt.
Nicht zu ersetzen
Schließlich war Rafael Lubach vor weniger als einem Jahr noch bei zahlreichen Bundesligisten begehrt und einer der Nürnberger Schlüsselspieler. Für William Bøving zahlte der FSV Mainz 05 vor einer Saison sogar noch 3,5 Millionen Euro. Beide gelten nun als heiße Kandidaten, um den freien Platz nach dem Zoma-Ausfall zu übernehmen.
Klar ist allerdings auch, dass der Italiener nicht wirklich zu ersetzen ist. Seine Kombination aus Geschwindigkeit, Tiefenläufen, Torgefahr, technischen Fähigkeiten und der Möglichkeit, Bälle festzumachen, kann in dieser Form kaum ein einzelner Akteur auffangen.
Es ist davon auszugehen, dass neben Lubach und Bøving auch Julian Justvan und Rayan Ghrieb die drei Plätze hinter Sturmspitze Piet Scobel unter sich ausmachen. Einer der vier dürfte somit zunächst als Einwechselspieler fungieren.
Weitere Optionen für die offensive Dreierreihe zog Klose in dieser Saison bislang kaum in Betracht. Das könnte sich durch die personellen Ausfälle nun allerdings ändern.
Frage der Zeit
Can Moustfa stand nach der Verletzung Beckers zuletzt immerhin zweimal im Kader, wartet aber weiterhin auf sein Debüt in der 2. Bundesliga. Da mit Zoma nun auch auf seiner angestammten linken Offensivseite ein Stammspieler fehlt, könnte zumindest ein baldiger Jokereinsatz realistisch werden.
Zumal sich das Profil des ehemaligen Cottbusers als dribbelstarker Eins-gegen-eins-Spieler durchaus von den anderen Optionen unterscheidet.
Ähnliches gilt für Marko Soldic. Zwar stand der erst 16-Jährige in den vergangenen beiden Zweitligapartien nicht im Kader, traf zuletzt aber doppelt für die Nürnberger U23.
Da nun ein weiterer Kaderplatz in der Offensive frei wird, erscheint es durchaus realistisch, dass Soldic wieder in den Spieltagskader rückt. Damit könnte auch sein zweiter Saisoneinsatz bei den Profis näher rücken.
Neue Möglichkeiten
Die Verletzung Zomas wird beim Club somit nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die Startelf haben, sondern auch auf die Plätze dahinter. Damit verändern sich gleichzeitig die Möglichkeiten, die Klose von der Bank hat, um Einfluss auf das Spiel zu nehmen.
Während Bøving und Lubach nun ernsthafte Hoffnungen auf einen Platz in der Startformation haben dürfen, könnten in ihrem Windschatten auch Moustfa und Soldic profitieren.
Ob und wie schnell Klose auf die beiden Talente zurückgreift, bleibt abzuwarten. Die Chancen auf weitere Einsatzminuten dürften durch die veränderte Personalsituation jedenfalls gestiegen sein.


