KSC mit Vorteil
Nach sechs Spieltagen der 2. Bundesliga hat der 1. FC Nürnberg elf Zähler mehr auf dem Konto als der Karlsruher SC. Den sportlichen Umbruch, den die Badener derzeit vollziehen, hat der FCN bereits hinter sich. Doch in einem Bereich hat der KSC einen klaren Vorteil.
Nach einem fast fünfjährigen Umbau des Stadions ist der BBBank Wildpark mittlerweile ein reines Fußballstadion. „Es ist richtig, wir schauen hier ein bisschen neidisch auch auf das Stadion, das kann man nicht anders sagen“, gestand FCN-Sportvorstand Joti Chatzialexiou vor dem Duell beider Teams bei Sky.
Überrascht
Das Thema Stadion ist schließlich auch beim Club schon länger präsent. Der letzte Stand war, dass das neue Stadion bis 2031 stehen soll. Dahingehend äußerte sich Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König im Franken Fernsehen eher skeptisch: „Man muss das den Leuten auch mal deutlich und ehrlich sagen. Jeder will ein Stadion, die meisten sind Club-Fans. Ich bin einer und will natürlich, dass wir das gut hinbekommen. Aber ich kann auch nur mit den Geldern arbeiten, die ich zur Verfügung habe.“
Damit sprach König vor allem den FCN an: „Ich sehe auch noch nicht, dass der Club die 30 Millionen aufbringen kann. Und auch wenn wir die 30 plus 30 zusammenlegen, muss ich ja immer noch einen großen Batzen aufnehmen.“ Auch abgesehen davon äußerte der 45-Jährige Kritik: „Ständig irgendwelche Luftschlösser bauen und jeden Tag zu sagen, das kommt vielleicht und das wird so. Da geistern schon Bilder rum, da haben wir noch gar keinen Architekten beauftragt. Das sind alles KI-generierte Bilder.“
„Da waren wir alle ein bisschen überrascht“, kommentiert Chatzialexiou die Äußerungen des Oberbürgermeisters – und widerspricht diesen: „Weil am Ende kennen wir auch unsere Mittel und da haben wir unsere Hausaufgaben definitiv gemacht.“
Essenziell
Stattdessen betont der ehemalige DFB-Funktionär die wirtschaftliche Bedeutung der Thematik: „Wenn man es wirtschaftlich runterbricht, macht der KSC knapp 6 Millionen Euro durch das Stadion im Jahr mehr als wir. Das müssen wir durch Spielertransfers reinholen, das ist für die 2. Liga ein Brett.“
Chatzialexiou bezeichnet das Stadion für den FCN deshalb als „essenziell“ – und kündigt an, nach wie vor den Austausch mit der Stadt zu suchen: „Wir werden weiterhin die Gespräche mit der Stadt suchen und das Thema forcieren. Weil es für uns lieber früher als später notwendig ist, um die nächsten Schritte zu machen.“
Ob und wie schnell man sich einigen wird, bleibt abzuwarten.


