Nach langer Leidenszeit beim FCN: Mkrtchyans (fast) perfektes Comeback

Über sieben Monate musste der Abwehrspieler des 1. FC Nürnberg auf diesen Moment warten. Dann wurde er direkt zum entscheidenden Mann.

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Foto: DO IT NOW Media

Comeback

Im Februar verpflichtete der 1. FC Nürnberg Styopa Mkrtchyan für die Innenverteidigung. Dass er sein drittes Pflichtspiel – und bis dahin letztes für den FCN – bereits Mitte März absolvierte, sagt viel über die Leidenszeit aus, die er seitdem hinter sich hatte. Immer wieder bremsten ihn Adduktorenprobleme aus. Zwar absolvierte er die Vorbereitung des Clubs in weiten Teilen mit, erlitt dabei aber auch einige Rückschläge, sodass er bis zuletzt ausfiel.

In der Länderspielpause durfte er beim Testspiel gegen den FC Ingolstadt erstmals wieder auflaufen – und andeuten, warum der FCN ihn verpflichtet hatte. So verzeichnete er beispielsweise bis zu seiner Auswechslung die meisten Balleroberungen auf dem Feld.

Erstmals im Kader

„Er trainiert gut. Er hat diese Woche sehr intensiv und gut trainiert“, deutete Miroslav Klose vor dem Auswärtsspiel in Cottbus bereits an, dass Mkrtchyan ein Kandidat für den Spieltagskader sei.

„Und dann schauen wir mal, für was wir uns entscheiden“, wollte Nürnbergs Trainer aber noch nicht verraten, ob er sich für den armenischen Nationalspieler oder erneut für Khalid Abu El Haija als Ersatz entscheiden würde. Am Ende entschied sich der Weltmeister von 2014 für Mkrtchyan – und dürfte diese Entscheidung alles andere als bereut haben.

Gelungenes Comeback

In der 66. Minute war es dann so weit. Klose wechselte den gelbvorbelasteten Alexios Kalogeropoulos aus und brachte Mkrtchyan, der damit nach über sieben Monaten erstmals wieder in einem Pflichtspiel für den FCN auf dem Feld stand.

Von Anfang an fügte sich der 23-Jährige gut ein, beteiligte sich intensiv am Spielaufbau und dirigierte seine Mitspieler mit kleinen Anweisungen und Handzeichen – beispielsweise, welcher Nürnberger gerade frei war oder welcher Raum besetzt werden musste.

Lautstark

Das deckt sich mit dem, wie er sich in der Sommervorbereitung im Interview mit fcn.de selbst beschrieb: „Ich versuche, alle wachzuhalten und zu pushen. Das ist meine Art Fußball zu spielen, weil ich dann auch immer die volle Konzentration auf das Spielgeschehen richten kann. Außerdem haben wir eine sehr junge Mannschaft. Ich bin zwar selbst noch jung, aber ich versuche, Verantwortung zu übernehmen.“

Am Freitagabend tat er nicht nur das. Darüber hinaus brachte er 15 seiner 16 Pässe zum Mitspieler, war in den direkten Duellen äußerst präsent und verteidigte sehr aktiv nach vorne gegen die Cottbuser Offensive.

Und das Wichtigste: Mit seinem Treffer zum 1:1-Ausgleich bewahrte er den 1. FC Nürnberg vor der ersten Saisonniederlage. In der 79. Minute verpasste er zunächst eine Hereingabe von Julian Justvan, ehe der Ball etwas glücklich über Eric Porstner zu ihm gelangte. Gedankenschnell vollendete er mit seinem starken linken Fuß zum Ausgleich.

Zum perfekten Comeback fehlte am Ende nur noch der Sieg. Nach seiner langen Verletzungspause dürfte sich der Treffer für Mkrtchyan dennoch wie ein persönlicher Erfolg angefühlt haben.