Nach irrem 4:4-Spektakel: Warum beim FCN trotzdem die Enttäuschung überwiegt

Nach einer spektakulären Aufholjagd kassiert der 1. FC Nürnberg gegen Wolfsburg mit der letzten Aktion den Ausgleich. Entsprechend gemischt fällt die Gefühlslage aus.

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Foto: DO IT NOW Media

Völlig irre

Viel dramatischer als das Duell zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem VfL Wolfsburg kann ein Spiel kaum sein. Nachdem die Gäste zur Halbzeit mit 2:0 führten, drehte der Club die Partie im zweiten Durchgang auf 3:2. In der Nachspielzeit kassierten die Franken zunächst den Ausgleich, um daraufhin selbst noch einmal mit 4:3 in Führung zu gehen. Doch mit der letzten Aktion des Spiels glich der Bundesligaabsteiger zum 4:4-Endstand aus.

„Also ich glaube, so ein Spiel hatte ich tatsächlich auch in meinem Leben noch nicht“, kommentierte Nürnbergs Doppelpacker Piet Scobel anschließend und bezeichnete die drei Treffer in der Nachspielzeit als „völlig irre“. „Ein 4:4 habe ich, glaube ich, auch noch nicht erlebt“, stellte auch FCN-Trainer Miroslav Klose fest – und sprach von einem „verrückten, fantastischen Fußballspiel“.

Zwei verlorene Punkte

Scobel machte keinen Hehl daraus, dass unmittelbar nach dem Abpfiff „ganz klar die Enttäuschung“ überwiegt. „Dann muss man das Ding einfach über die Zeit bringen“, monierte er die späten Gegentreffer nach zweimaliger Führung.

Zumal der FCN nach der Pause „schon deutlich die bessere Mannschaft“ gewesen sei und den Wölfen mit seiner Intensität überlegen war: „Wenn man dann noch durch das Stadion so angeheizt wird, dann läuft sich plötzlich ein bisschen leichter.“ Dadurch habe man sich Scobel zufolge die zwischenzeitliche Führung auch verdient.

Alles erlebt

„Ich habe heute, glaube ich, alle Gefühlslagen, die es gibt, erlebt“, beschrieb auch Nürnbergs Vizekapitän Julian Justvan die emotionale Achterbahnfahrt. „Nach der ersten Halbzeit hätten wir wahrscheinlich gesagt, ein Unentschieden unterschreiben wir“, wollte er die ersten 45 Minuten bei der Bewertung aber nicht außer Acht lassen.

Am Ende waren sich dennoch alle einig, dass es ein außergewöhnliches Fußballspiel war – mit einer Qualität, die man in der 2. Bundesliga nicht alle Tage sieht. „Auf jeden Fall war Wolfsburg bisher unser stärkster Gegner“, sagte Scobel und betonte zugleich, dass man selbst eine „Top-Saison“ spielen möchte.