Justvan nur in zwei Ligaspielen an Toren beteiligt
Zwei Tore und zwei Vorlagen sind für einen offensiven Mittelfeldspieler nach neun Spieltagen wahrlich keine schlechte Bilanz. Allerdings verteilen sich die vier Scorerpunkte von Julian Justvan auf lediglich zwei Partien. Nach seinem Galaauftritt beim 4:2-Sieg im Frankenderby bei der SpVgg Greuther Fürth am zweiten Spieltag, bei dem er zwei Treffer erzielte und einen weiteren vorbereitete, war der Spielmacher des 1. FC Nürnberg in den darauffolgenden sieben Ligaspielen nur noch an einem Tor direkt beteiligt.
Justvans Einfluss sinkt deutlich
Doch nicht nur seine Torbeteiligungen deuten darauf hin, dass Justvan inzwischen weniger Einfluss auf das Nürnberger Offensivspiel nimmt. Auch unabhängig von Toren und Vorlagen ist seine direkte Beteiligung an Abschlüssen im Vergleich zur Vorsaison gesunken – obwohl der 28-Jährige weiterhin ungefähr gleich viele Ballaktionen verzeichnet.
So ging die Anzahl seiner eigenen Schüsse nur minimal von 2,5 auf 2,4 pro 90 Minuten zurück. Deutlicher fällt der Rückgang bei den Torschussvorlagen aus: Statt 1,8 bereitet Justvan inzwischen nur noch 1,3 Abschlüsse pro 90 Minuten vor.
Insgesamt ist der gebürtige Niederbayer damit an 0,6 Abschlüssen pro 90 Minuten weniger direkt beteiligt. Und das, obwohl der FCN im Vergleich zur Vorsaison selbst deutlich häufiger zum Abschluss kommt: Statt 12,7 verzeichnen die Franken mittlerweile 18,6 Schüsse pro 90 Minuten. War Justvan in der vergangenen Spielzeit noch an durchschnittlich jedem dritten Nürnberger Abschluss direkt beteiligt, ist es inzwischen nur noch jeder fünfte.
Auch die Qualität der Aktionen leidet
3,7 direkte Schussbeteiligungen pro 90 Minuten sind grundsätzlich noch kein Wert, der Anlass zur Sorge geben muss. Zumal die Nürnberger Chancenkreation in dieser Saison auf mehrere Schultern verteilt ist als noch im Vorjahr – und eine größere Variabilität einer Mannschaft durchaus guttun kann.
Allerdings ist nicht nur die Anzahl, sondern auch die Qualität von Justvans eigenen Torchancen und vorbereiteten Abschlüssen zurückgegangen. Während seine direkten Schussbeteiligungen um rund 14 Prozent sanken, fiel der Rückgang bei den erwarteten Toren und Torvorlagen deutlich stärker aus.
So lag sein Expected-Goals-Wert in der Vorsaison noch bei 0,25 pro 90 Minuten, inzwischen sind es nur noch 0,17. Ähnlich verhält es sich mit den Expected Assists, die bei Nürnbergs Nummer zehn von 0,24 auf ebenfalls 0,17 zurückgingen. Zusammengerechnet entspricht das einem Rückgang um rund 31 Prozent.
FCN braucht wieder mehr von Justvan
Gerade weil Mohamed Ali Zoma und Finn Becker noch längerfristig ausfallen, dürfte es für den 1. FC Nürnberg umso wichtiger werden, dass Julian Justvan wieder mehr direkten Einfluss auf das Angriffsspiel nimmt.
Schließlich blieb der Spielmacher bereits während der 14 Pflichtspiele andauernden Ungeschlagen-Serie in elf Partien ohne eigene Torbeteiligung. Rechnet man die beiden Begegnungen unmittelbar vor Beginn dieser Serie sowie die jüngste 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern hinzu, waren es sogar 14 von 17 Pflichtspielen ohne direkte Beteiligung an einem Treffer.
Das bedeutet zwar keineswegs, dass Justvan in diesen Begegnungen stets schlecht spielte oder keinen Einfluss auf das Spiel nahm. Dennoch braucht die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose nun Spieler, die insbesondere Zomas Effizienz vor dem gegnerischen Tor zumindest teilweise ersetzen können. Wie sehr diese beim 0:1 gegen den FCK fehlte, zeigte sich angesichts der zahlreichen vergebenen Torchancen. Umso mehr dürfte dabei ein Führungsspieler wie Vizekapitän Julian Justvan gefragt sein.


