Ungeklärte Haugen-Situation
Obwohl nach CLUBFOKUS-Informationen bereits eine Einigung mit dem Spieler erzielt wurde und dieser den Medizincheck schon absolviert haben soll, musste sich der 1. FC Nürnberg zuletzt noch gedulden, Sigurd Haugen offiziell als Neuzugang präsentieren zu können.
Grund dafür war das Chaos bei seinem Noch-Verein TSV 1860 München. Schließlich hatten die Löwen Einspruch gegen den Zwangsabstieg aus der 3. Liga in die Regionalliga Bayern eingelegt. Damit war auch die Vertragssituation des norwegischen Stürmers noch nicht abschließend geklärt. Im Falle eines Zwangsabstiegs wäre Haugen vertragslos und somit ablösefrei zu haben.
1860 München meldet Insolvenz an
Diese Fragezeichen scheinen nun zumindest weitgehend verschwunden zu sein. Wie BILD und AZ übereinstimmend berichten, hat die Profifußball-Gesellschaft des TSV 1860 München beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag gestellt.
„Für den Fortbestand der ausgelagerten Fußballfirma wurden nach BILD-Informationen rund 7,5 Millionen angesetzt“, schreibt die BILD. Da mit Investor Hasan Ismaik offenbar keine Einigung erzielt werden konnte, sei diese Summe nicht aufzubringen gewesen. Eine offizielle Bestätigung steht allerdings noch aus.
Die Folge beschreibt das Blatt wie folgt: „Spieler können sofort bei anderen Vereinen oder bei der vom Verein neu gegründeten GmbH unterschreiben.“
Freie Bahn für FCN bei Haugen
Sollte sich die Einigung zwischen Haugen und dem FCN also zwischenzeitlich nicht zerschlagen haben, dürfte der 1. FC Nürnberg um Sportvorstand Joti Chatzialexiou den 16-fachen Torschützen der abgelaufenen Drittligasaison nun zeitnah als ablösefreien Neuzugang präsentieren können – womöglich pünktlich zum Trainingsauftakt am Montag.
Während beim Club also bald Klarheit herrschen könnte, stehen die Sechziger weiterhin vor zahlreichen offenen Fragen. Die weiteren Schritte dürften nun maßgeblich von einem Insolvenzverwalter begleitet werden.
1860 künftig gegen FCN II
Das Chaos bei den Löwen hat damit zumindest indirekt auch Auswirkungen auf den 1. FC Nürnberg und dessen U23. Schließlich wird es in der kommenden Saison der Regionalliga Bayern zum direkten Duell mit dem TSV 1860 München kommen.
An einen geregelten Spielbetrieb scheint man in München derzeit allerdings kaum denken zu können. Laut BILD habe der TSV den Bayerischen Fußball-Verband bereits darum gebeten, am ersten Spieltag der Regionalliga nicht angesetzt zu werden. Die Löwen wollen damit Zeit gewinnen, „um Spieler und Sponsoren aufzutreiben und Ticketeinnahmen durch Dauerkartenverkäufe zu generieren“.
Da der TSV 1860 München als großer Favorit auf die Teilnahme am Eröffnungsspiel der Regionalliga Bayern am 24. Juli galt und dieses Szenario nun offenbar nicht realisiert werden soll, könnten die Chancen durchaus steigen, dass die U23 des 1. FC Nürnberg als amtierender Meister die neue Saison eröffnet.


