Enttäuschende Halbzeit
Dass der 1. FC Nürnberg Probleme hat, Konstanz in seine Leistungen zu bekommen, ist kein neues Phänomen. Innerhalb einer Partie gibt es immer wieder Phasen, in denen der FCN überzeugt – und jene, in denen nur wenig funktioniert. So war es auch beim Frankenderby gegen die SpVgg Greuther Fürth in der ersten Halbzeit, als der Club kaum stattfand. „Wir haben uns in Zweikämpfen nicht unterstützt, sondern nur aufeinander verlassen“, bemängelt Miroslav Klose, der auch zu viele lange Bälle bei seinem Team sah. Da die zweiten Bälle bei Fürth landeten, kam man kaum in das eigene Spiel.
Nach dem glücklichen Ausgleich kurz vor der Pause schien die Stimmung beim FCN in der Halbzeit gut gewesen zu sein – viel zu gut in den Augen des Weltmeisters. „Ich habe ihnen gleich den Zahn gezogen, als sie lachend in der Kabine saßen. Ich habe klar gesagt, das ist nicht meine Mannschaft. Und das ist nicht die Einstellung, die man im Derby haben muss.“
Bekanntes Problem
Warum der Club in den ersten 45 Minuten so auftrat, konnte sich auch der Trainer nicht erklären: „Das ist das, was unserer Mannschaft fehlt. Manchmal sind es drei Spieler, die völlig raus sind, manchmal ist es die ganze Mannschaft.“ Steht man unter Druck, liefert man oftmals ab – liegt der Druck eher beim Gegner, enttäuscht man zu häufig: „Es geht um sehr, sehr viel für den Gegner – für uns vielleicht ein bisschen weniger. […] Wir haben am Montag damit angefangen – wie sehr schaffst du es, dich aufs Derby zu fokussieren? Das geht nicht am Wochenende los, dass du da erst den Schalter umstellst.“
Nach der Halbzeit änderte sich das Spiel deutlich. Dass es „viel, viel besser war“, sah Klose und ärgerte sich darüber, dass man die Chancen zum 1:2, die man hätte machen „müssen“, nicht verwerten konnte – ansonsten war er mit dem zweiten Durchgang seiner Mannschaft zufrieden.
Fehlende Mentalität
Dennoch scheint der 47-Jährige eine grundsätzliche Unzufriedenheit mit einigen seiner Spieler zu haben. „Beides ist wichtig“, wünscht sich Klose sowohl Mentalität als auch Qualität bei seinen Spielern: „Wenn er Qualität und Mentalität hat, spielt er in der ersten Liga.“ Etwas davon spricht er seinen Schützlingen ab und findet für seine Verhältnisse sehr klare Worte: „Und die Spieler, die bei uns spielen – irgendwas fehlt. Entweder Mentalität oder Qualität, deswegen spielen sie eine Liga tiefer.“
Vor allem für junge Spieler hat Klose diesbezüglich Verständnis: „Woher sollen sie es haben? […] Das ist das, was wir lernen wollen.“ Dies versucht man im Training zu verbessern und daran zu arbeiten. So wirklich gelungen scheint dies jedoch auch nach 32 Spieltagen noch nicht zu sein.


