Mintál warnt Ex-FCN-Trainer Klauß: „Kleiner Kulturschock“

Der Slowake spricht über seinen damaligen Nachfolger beim 1. FC Nürnberg und die Gründe für dessen damaliges Scheitern.

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Foto: YouTube/ 1. FC Nürnberg - ClubTV | dac1904.sk

Klauß inzwischen in der Slowakei

Als Robert Klauß 2020 vom Assistenten bei RB Leipzig zum Cheftrainer des 1. FC Nürnberg wurde, galt er als eines der größten Trainertalente Deutschlands. Umso überraschender wirkt es, dass der 41-Jährige sechs Jahre später in der vergleichsweise wenig prestigeträchtigen slowakischen Liga gelandet ist und zur neuen Saison den Erstligisten DAC Dunajská Streda übernimmt.

Schritt zurück?

Ein Schritt zurück in der noch jungen Trainerkarriere von Klauß, der nach mehr als zwei Jahren beim FCN zuletzt von 2023 bis 2025 Rapid Wien trainierte? So deutet es zumindest Marek Mintál im Interview mit Sport.sk an: „Ich denke, dass ihn ein kleiner Kulturschock erwarten könnte“, warnt der heutige Stürmertrainer des Club-Nachwuchses und ehemalige slowakische Nationalspieler.

„Es wird für ihn ein Unterschied sein, nachdem er in Deutschland und zuletzt in Österreich gearbeitet hat. Dort war er andere Zuschauerzahlen und eine andere fußballerische Qualität gewohnt“, schätzt Mintál die Unterschiede zu seinem Heimatland ein.

Daran scheiterte Klauß in Nürnberg

Auch über die gemeinsame Zeit beim FCN sprach Mintál. Der Slowake hatte die Nürnberger 2020 gemeinsam mit Michael Wiesinger als Interimstrainer zum Klassenerhalt geführt, ehe Robert Klauß anschließend als neuer Cheftrainer übernahm. Mintál kehrte derweil auf seine Position bei der U23 zurück: „Menschlich gab es keinerlei Probleme, aber wir hatten insgesamt nicht besonders viel direkten Kontakt.“

Warum es Klauß aus seiner Sicht nicht gelang, den Leipziger Fußballansatz nach Nürnberg zu übertragen, erklärt Mintál so: „Robert wollte etwas Ähnliches auch in Nürnberg umsetzen. Aber dann muss man auch über die Qualität der Spieler sprechen.“

Darin sieht er einen wesentlichen Grund für das spätere Aus des Trainers: „Die Frage ist, ob man Nürnberg tatsächlich all das umsetzen konnte, was man in Leipzig gelernt hat und täglich im Training gesehen hat. Der FCN war in dieser Hinsicht etwas anders.“

Hinzu kam aus seiner Sicht die geringe Geduld bei den Franken: „Manchmal ist es auch eine Frage der Geduld des Vereins. Die Verantwortlichen hatten sich von Robert Klauß wohl sofortigen Erfolg erhofft. Nach zwei Jahren Zusammenarbeit hatten sie vermutlich das Gefühl, dass sich der Verein nicht in die Richtung entwickelte, die sie sich vorgestellt hatten. Als Nürnberg auf Platz 14 stand und nur wenige Punkte hatte, entschieden sie sich für einen Trainerwechsel.“

Gute Voraussetzungen bei Dunajská Streda

Eine ähnliche Entwicklung mit starkem Start und anschließend nachlassenden Ergebnissen habe Mintál später auch bei Rapid Wien beobachtet. Trotz des von ihm angesprochenen „Kulturschocks“ sieht er bei Dunajská Streda jedoch gute Voraussetzungen für einen erneut erfolgreichen Start.

„Deshalb bin ich selbst gespannt, wie Trainer Klauß diese neue Herausforderung angehen wird. Lassen wir uns überraschen. [..] Jetzt wird man sehen, wie sich Klauß akklimatisiert und welchen Fußball DAC unter seiner Führung spielen wird.“