Masouras-Trikot wieder im Fokus
Schon beim vorletzten Heimspiel des 1. FC Nürnberg, dem 2:1-Sieg gegen Hannover 96, spielte das Trikot von Giannis Masouras eine besondere Rolle. Damals fehlte der 30-jährige Grieche aufgrund eines unklaren Infekts, weshalb seine Mitspieler beim 1:0-Führungstreffer die Nummer 21 hochhielten – als Zeichen der Solidarität mit dem ausgefallenen Rechtsverteidiger.
Beim darauffolgenden Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg geriet sein Trikot erneut in den Fokus – diesmal allerdings aus einem erfreulicheren Grund. Denn nach längst überstandenem Infekt erzielte der nach gut einer Stunde eingewechselte Masouras beim denkwürdigen 4:4-Unentschieden in der Nachspielzeit den viel umjubelten Treffer zur 4:3-Führung. Vor lauter Freude riss er sich anschließend sein Jersey vom Leib.

Kurz vor dem 4:3: Masouras letzter Mann bei Eckball
Dass der 1,81 Meter große Rechtsverteidiger bei diesem Eckball überhaupt im gegnerischen Strafraum auftauchte, hatte eine kuriose Vorgeschichte. Rund eineinhalb Minuten vor Masouras‘ vermeintlichem Siegtreffer hatte der FCN bereits einen Eckstoß. Wie bei allen vier Ecken zuvor mischte Alexios Kalogeropoulos vorne mit, während Masouras als letzter Mann absicherte.
Nach einem anschließenden Ballverlust des Clubs musste der robuste Innenverteidiger allerdings zurückeilen und eroberte den Ball am eigenen Strafraum zurück. Damit leitete er nicht nur den Gegenangriff ein, aus dem die letztlich entscheidende Ecke entstand, sondern zog sich bei der Aktion auch einen Krampf zu.

Kalogeropoulos schickt Masouras vor
Deshalb entschied sich der 22-Jährige, beim folgenden Eckball nicht erneut mit in den Strafraum zu gehen, sondern schickte in letzter Sekunde seinen Landsmann nach vorne. Die beiden Griechen tauschten damit im Vergleich zur vorherigen Situation die Rollen.
Unmittelbar vor Adam Markhiyevs Ausführung befand sich Masouras noch gar nicht im Strafraum. Dann lief er jedoch – nach Anweisung seines Abwehrkollegen – perfekt getimt zum ersten Pfosten und erzielte die zu diesem Zeitpunkt vermeintliche Entscheidung im Topspiel. Eine Geschichte, die kaum besser hätte geschrieben werden können.
Verrücktes Spiel mit ungewöhnlichen Geschichten
Bekanntermaßen sollte der VfL Wolfsburg nur Momente später mit dem Schlusspfiff noch zum 4:4 ausgleichen – ebenfalls nach einer Ecke. Bereits in der 91. Minute hatte eine solche Standardsituation zum zwischenzeitlichen 3:3 geführt, als der Ball unglücklich von Kalogeropoulos zum Doppeltorschützen Alessandro Besio prallte. Auch das 1:0 der Wölfe resultierte aus einem Eckball.
Damit erlebten die Zuschauer erstmals in der Geschichte der 2. Bundesliga drei Tore in der Nachspielzeit – kurioserweise allesamt nach Eckbällen. Ein denkwürdiges Spiel über 99 Minuten, das neben seinen acht Treffern und seines verrückten Spielverlaufs auch zahlreiche kleine Geschichten schrieb.


