50:50
Miroslav Klose hat beim 1. FC Nürnberg klare Vorstellungen davon, wie sich seine Offensivspieler ergänzen sollen. Vor dem Heimspiel gegen Kaiserslautern unterschied der FCN-Trainer zwischen Tiefenläufern und Spielern, die dem Ball entgegenkommen: „Wenn es 50:50 aufgeteilt ist, ist es mir am liebsten, dass man beide Varianten hat.“
Schnellster Spieler der Liga fehlt
Durch den Ausfall von Mohamed Ali Zoma wird es schwieriger, diese Mischung auf den Platz zu bringen. Der Italiener war für die Wege hinter die gegnerische Abwehr prädestiniert. Mit seinem Top-Speed von 36,65 km/h ist er bislang der schnellste Spieler der laufenden Zweitligasaison.
Diese Läufe waren ein extrem wichtiges Element im Spiel der Franken. Wolfsburgs Trainer Tobias Strobl betonte vor dem Duell mit dem Club die Bedeutung der richtigen Mischung aus Balldruck und Tiefensicherung. Auch Cottbus-Coach Pele Wollitz hob hervor, wie wichtig es sei, gegen den FCN die Tiefe zu verteidigen.
Passend dazu äußerte sich auch Ex-Profi und RTL-Experte Felix Kroos über Zoma: „Das Spiel ist auch so ein bisschen auf ihn zugeschnitten.“
„Nuancen“
„Er hat ein gutes Timing für Tiefenläufe“, lobte Klose in der Vorsaison beispielsweise Rafael Lubach. „Rafa ist super ins Spiel gekommen“, gefiel dem Nürnberger Trainer zudem dessen Jokereinsatz im letzten Heimspiel gegen Wolfsburg. In Cottbus wurde Lubach zuletzt als linker Flügelspieler eingewechselt. In der Schlussphase gelang es dem Club anschließend deutlich häufiger, in den Rücken der gegnerischen Abwehr zu gelangen.
Freilich kann auch William Bøving auf der linken Seite spielen, zumal er in Cottbus für den verletzten Zoma eingewechselt wurde. Auch der Däne weist ein gutes Freilaufverhalten auf, bringt allerdings deutlich weniger Maximalgeschwindigkeit als der italienische Nationalspieler mit. Dennoch könnte die Konstellation aus Lubach, Bøving und Vizekapitän Julian Justvan die vermeintlich beste Mischung in der offensiven Dreierreihe bieten.
Klose betonte, lediglich „Nuancen“ verändern zu wollen. Unabhängig davon könnte auch Linksverteidiger Eric Porstner noch stärker in den Fokus rücken, um die gewünschte „50:50“-Konstellation aufrechtzuerhalten. Schließlich ist er mit 35,64 km/h der zweitschnellste Nürnberger und gilt als unermüdlicher Sprinter. Gut möglich also, dass er künftig noch häufiger Läufe in die Tiefe auf der linken Seite forcieren soll.
Flow mitnehmen
„Trotzdem glaube ich, dass es für denjenigen, der für ihn (Zoma) reinkommt, leichter ist, in eine funktionierende Mannschaft mit Selbstvertrauen reinzukommen, dort auch zu performen. Und das ist ja der Fall in Nürnberg“, ist zumindest Kroos optimistisch, dass es auch mit veränderter personeller Besetzung funktionieren wird.
Wenn der Club das Selbstvertrauen und den Flow der vergangenen Wochen aufrechterhalten könne, „dann ist es auch machbar ist, ohne ihn (Zoma) Spiele zu gewinnen.“
Entscheidend dürfte dabei sein, wie es dem FCN gelingt, die Tiefenläufe des Italieners aufzufangen und Kloses gewünschte Mischung aus entgegenkommenden Spielern und Tiefenläufern weiterhin auf den Platz zu bringen.


