Schwierige Halbzeit
Auch wenn der 1. FC Nürnberg gegen den VfL Wolfsburg schon in der ersten Halbzeit zumindest offensive Ansätze erkennen ließ, hatten viele Spieler in ihren direkten Duellen einen schweren Stand. FCN-Stürmer Piet Scobel ging es nicht anders.
„Er hat ein bisschen zu spät reagiert und hatte nicht viele Variationen“, war Clubtrainer Miroslav Klose mit den Laufwegen und Bewegungen seines Angreifers nicht völlig zufrieden. In den ersten 45 Minuten verzeichnete Scobel deshalb auch nur einen Ballkontakt im gegnerischen Strafraum und war kaum in das Spiel seiner Mannschaft eingebunden. Lediglich sechs Zweikämpfe führte er, von denen er nur zwei gewann. Eine Zweikampfquote von 100 % hatte hingegen sein Gegenspieler Hauke Wahl.
An sich geglaubt
„Ich habe ihm gesagt, er soll weitermachen und ein bisschen aktiver sein“, gab Klose Einblicke in seine Halbzeitansprache – und betonte, dass Scobel „weiterhin an sich geglaubt“ habe.
Mit Recht. Nicht einmal 15 Minuten nach Wiederanpfiff hatte der FCN einen 0:2-Rückstand aufgeholt und ausgeglichen. Beide Tore erzielte Scobel. Beim Anschlusstreffer behauptete er erst den Ball, um ihn dann wuchtig und sehenswert ins Tor zu schießen. Beim 2:2 stand er richtig im Strafraum und schloss mit dem ersten Kontakt unhaltbar zum Ausgleich ab.
„Und dann habe ich das Gefühl gehabt, dass er mit ihm spielt“, sah Klose nach der Halbzeit einen Nürnberger Stürmer, der seinem Gegenspieler zunehmend überlegen war. Nach der Pause verzeichnete Scobel tatsächlich auch sechs Strafraumaktionen – und führte mit 19 Zweikämpfen (acht erfolgreiche) mehr als dreimal so viele wie in der ersten Halbzeit. VfL-Innenverteidiger Wahl gewann hingegen in den zweiten 45 Minuten nur noch 45 % seiner Duelle.
„Das ist halt Piet“
„Ich glaube, so ein Spiel hatte ich tatsächlich auch in meinem Leben noch nicht“, kommentierte Scobel das dramatische 4:4. Es war aber auch eine Partie, die einmal mehr unterstrich, wie gut und schnell sich der 21-Jährige in den vergangenen Monaten entwickelt hat. So gut, dass das Stürmerproblem der Franken aus der Vorsaison längst vergessen scheint.
„Er hat den Ball im richtigen Timing abgelegt, gute Entscheidungen getroffen, mal zwei Kontakte genommen und war mal innen und mal außen“, war auch Klose nicht nur aufgrund des Doppelpacks mehr als zufrieden. Dass Scobel seinem Gegenspieler, der immerhin die Erfahrung von 258 Zweit- und 63 Erstligaspielen mitbringt, solche Probleme bereitete und in acht Pflichtspielen bereits sechsmal traf, nötigte auch seinem Trainer ein Sonderlob ab: „Er lernt aus solchen Sachen und kann sie dann schnell umsetzen. Das is


