Stürmerentwickler
In den letzten beiden Jahren zeigen vor allem die Beispiele Stefanos Tzimas und Mohamed Ali Zoma, wie gut sich Angreifer im Idealfall beim 1. FC Nürnberg weiterentwickeln können. Grundvoraussetzung dafür ist zweifelsfrei das große Talent, das beide zum FCN mitbrachten.
Auch Nürnbergs Cheftrainer Miroslav Klose hat daran sicherlich einen Anteil – und ist nicht zufällig dafür bekannt, gerade Offensivspielern individuell viele Tipps und Details mitzugeben. „Es geht zum Beispiel um seine Fußstellung. Wir haben Stefanos am Anfang zehnmal den Ball hingespielt, und er hat ihn siebenmal anders gestoppt“, nannte der 48-Jährige in der Süddeutschen Zeitung ein Beispiel dafür.
Zu kompliziert
Der Grieche, der mittlerweile für Brighton & Hove Albion aufläuft, war dafür offen – und verstand es, Kloses Coachingpunkte umzusetzen: „Er versteht das und er will unbedingt. Deshalb macht es auch so riesigen Spaß, mit ihm zu arbeiten.”
Dass sich der Weltmeister von 2014 aufgrund seiner Karriere als Stürmer in der Zusammenarbeit mit Angreifern leichter tut, sieht er aber nicht. „Im Gegenteil“, widerspricht er im Interview mit 11 Freunde. „Gerade bei Stürmern neige ich dazu, Dinge komplizierter zu machen“, scheint er sein Gegenüber – anders als im Falle Tzimas – auch manchmal zu überfordern.
Beispiel Telalovic
„Ich neige dazu, eine perfekte Schablone im Kopf zu haben, dabei hat jeder Spieler andere Stärken“, zeigt sich Klose selbstkritisch – und nennt auch ein Beispiel aus seiner Nürnberger Zeit. Als der FCN im Sommer 2025 Semir Telalovic vom SSV Ulm verpflichtete, habe er Fehler gemacht: „Ich habe anfangs zu sehr aufs Gaspedal gedrückt, zu viel gefordert. Das war falsch.“
So blieb es am Ende bei acht Zweitligaeinsätzen für den Club, in denen der 26-Jährige ohne Torbeteiligung blieb. Stattdessen wurde er in der vergangenen Rückrunde zu Arminia Bielefeld verliehen und läuft derzeit für RW Essen in der 3. Liga auf.
„Inzwischen haben wir uns ausgesprochen und wir begegnen uns mit großer Wertschätzung“, beschreibt Klose das Verhältnis der beiden – und dürfte darauf hoffen, dass die Zusammenarbeit mit den derzeitigen Nürnberger Angreifern rund um Piet Scobel besser fruchtet.


