Klose möchte Jugendspieler zu FCN-Profis befördern: Das sind Kandidaten

Der 1. FC Nürnberg möchte sich aus dem eigenen Nachwuchs bedienen.

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Foto: DO IT NOW Media

Mehr Jugendspieler zu den FCN-Profis

Der 1. FC Nürnberg ist dafür bekannt – und schreibt es sich auch selbst auf die Fahne –, immer wieder Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in den Profikader zu integrieren. In dieser Saison hinkt man diesem Anspruch allerdings etwas hinterher. Mit Eric Porstner, Marko Soldic und Tim Janisch kamen laut Transfermarkt.de „nur“ drei Eigengewächse (U23-Spieler zählen nicht) zum Einsatz. Beim diesbezüglichen Spitzenreiter der 2. Bundesliga, Hertha BSC, sind es beispielsweise elf, beim kommenden Gegner und Rivalen SpVgg Greuther Fürth hingegen nur zwei.

Bereits jetzt steht fest, dass in der neuen Saison wieder der ein oder andere Jugendspieler in den Zweitligakader aufgenommen wird. Dies bestätigte Miroslav Klose auf Nachfrage. Konkrete Namen wollte der Trainer allerdings nicht nennen. Beim Blick auf die verschiedenen Nachwuchsmannschaften des Clubs kristallisieren sich jedoch einige Spieler heraus, denen der Sprung zuzutrauen wäre.

Künftige Nummer eins

Allen voran ist U23-Torhüter Robin Lisewski zu nennen, der eine überragende Saison in der Regionalliga Bayern spielt und bereits als designierte Nummer eins für die Profis gilt – sollte Jan Reichert den Verein verlassen. Exemplarisch für seine starken Leistungen: Laut Wyscout verhinderte der 20-Jährige mit seinen Paraden rund sieben Gegentore und blieb auch deshalb in bemerkenswerten 13 seiner 26 Einsätze ohne Gegentor. „Wir haben keine Zweifel, dass er 1. oder 2. Bundesliga spielen kann“, sagte FCN-Torwarttrainer Dennis Neudahm kürzlich dem Kicker.

Kompletter Innenverteidiger

Gemeinsam mit Lisewski war auch Innenverteidiger Khalid Abu El Haija maßgeblich daran beteiligt, dass die Mannschaft von Andreas Wolf so wenige Gegentore kassierte. Der 1,95 Meter große Abwehrspieler sticht vor allem durch seine Robustheit hervor, gewinnt fast 70% seiner Defensiv- und rund 60% seiner Luftzweikämpfe. Neben seiner Ruhe im direkten Duell ist er auch am Ball äußerst sicher und bringt rund 90% seiner Zuspiele zum Mitspieler. Der ehemalige Nachwuchsleiter Michael Wiesinger traute dem 20-Jährigen bereits Ende 2025 in einem Interview mit FCN.de perspektivisch den nächsten Schritt zu. Ähnliches dürfte für Kristian Mandic gelten, der zu den progressivsten Innenverteidigern der Liga zählt.

Formstarker Stürmer

Bereits „auf dem Schirm“ habe Klose U23-Stürmer Tino Kusanovic, dem es nach Einschätzung des 47-Jährigen noch an Konstanz fehle – vor allem vor dem Tor: „Öfter mal treffen – das ist das Einzige, was fehlt.“ Mit zuletzt vier Treffern und einer Vorlage innerhalb einer Woche konnte der 18-Jährige jedoch auf sich aufmerksam machen – auch, weil Transfermarkt.de berichtete, der FCN habe ein Angebot des AC Milan für ihn abgelehnt.

Der kroatische Jugendnationalspieler stach bereits in der U17 hervor – und tut dies inzwischen auch in der Regionalliga Bayern. Seine starken Werte bei Abschlüssen, Ballkontakten im Strafraum und erfolgreichen Dribblings stehen stellvertretend für seine hohe Aktivität und das dahinterstehende Potenzial.

Großer Pool an Talenten

Während der Weg über die U23 zu den Profis als logischer Schritt erscheint, zeigt Marko Soldic, dass es auch von der U19 oder in diesem Fall U17 direkt in den Profifußball gehen kann. Mit Youngstern wie Ben Hagmeyer (zuletzt bereits U23), Kirubel Taye, David Klos, Noah Keller, Marc Kornwachs Barjuan und einigen weiteren tummeln sich am Valznerweiher zahlreiche Talente, denen großes Potenzial nachgesagt wird.

Insofern dürfte es spannend zu beobachten sein, wer im Sommer bei den Profis mittrainieren darf – oder vielleicht sogar noch in dieser Saison am Zweitligakader schnuppert. Gut möglich, dass einem der genannten Kandidaten der dauerhafte Sprung gelingt – oder sich ein Talent hervortut, das bislang noch kaum jemand „auf dem Schirm“ hat. Der Pool an Talenten beim 1. FC Nürnberg gibt jedenfalls einiges her.