2. Bundesliga mit Tiefstwert seit 2002
Wie schnelllebig das Trainergeschäft sein kann, zeigte vor allem die vorvergangene Saison der 2. Bundesliga. Laut Transfermarkt.de gab es während der Spielzeit 2024/2025 ganze 15 Trainerwechsel – Höchstwert seit 2001/2002. Dieser erschreckende Trend wurde in der jüngst abgelaufenen Saison zumindest etwas gestoppt. Mit „nur“ sieben Trainern, die während der Saison ihren Posten räumen mussten, wurde der niedrigste Wert seit 2001/2002 erreicht.
Allerdings kamen nach Saisonende noch weitere Veränderungen hinzu. Mit Christian Eichner beim Karlsruher SC, Alois Schwartz bei Preußen Münster und Mitch Kniat bei Arminia Bielefeld wurden drei weitere Trainerwechsel vollzogen. Gerade die Trennung von Kniat überraschte, nachdem dieser mit den Ostwestfalen zuvor eine äußerst erfolgreiche Zeit erlebt hatte – inklusive Aufstieg aus der 3. Liga, DFB-Pokalfinale und dem nun erreichten Klassenerhalt in der 2. Bundesliga.
Heißt: Von den 18 Teams, die in der abgelaufenen Saison in der 2. Bundesliga spielten, haben inzwischen mehr als die Hälfte ihren Trainer gewechselt oder werden mit einem anderen Coach in die neue Spielzeit gehen. Hinzu kommt, dass die Zukunft von Christian Titz bei Hannover 96 weiterhin offen scheint.
Klose als Ausnahmeerscheinung
Da wirkt ein „Kumpel“ Kniats inzwischen fast schon wie eine Ausnahmeerscheinung in der 2. Bundesliga. „Er ist nicht nur ein Kollege, sondern ein Kumpel“, sagte DSC-Trainer Mitch Kniat vor dem Hinspiel gegen den 1. FC Nürnberg über Miroslav Klose.
Tatsächlich geht der FCN-Trainer inzwischen in seine dritte Saison beim Club. Eine Amtszeit, die zu Beginn der neuen Spielzeit ligaweit nur noch zwei Trainer übertreffen werden – beide allerdings mit Vereinen, die in der vergangenen Saison noch gar nicht in der 2. Bundesliga spielten. Kniat selbst war bei Arminia Bielefeld drei Jahre im Amt.
Zum einen ist da Pele Wollitz, der mit Energie Cottbus aus der 3. Liga aufstieg und inzwischen bereits seit fünf Jahren in seiner dritten Amtszeit bei den Lausitzern arbeitet. Und zum anderen Frank Schmidt, der mit dem FC Heidenheim aus der Bundesliga abstieg und dort mittlerweile auf bemerkenswerte 19 Jahre als Cheftrainer kommt.
FCN setzt auf Kontinuität
Dass Nürnbergs Klose mit vergleichsweise „nur“ zwei Jahren Amtszeit bereits direkt dahinter (gemeinsam mit Stamm und Blessin) folgt, zeigt einerseits, wie schnelllebig das Trainergeschäft inzwischen geworden ist. Andererseits scheint der 1. FC Nürnberg um Sportvorstand Joti Chatzialexiou auf Kontinuität auf der Trainerposition setzen zu wollen – obwohl seit Kloses Amtsantritt aufgrund immer wieder auftretender Inkonstanz nur bedingt von einer klaren sportlichen Entwicklung gesprochen werden kann.


