Wie spielt der FCN künftig?
Zum Start der Vorbereitung des 1. FC Nürnberg scheint noch offen, wie die Mannschaft in der kommenden Saison genau auftreten wird. Nachdem in der vergangenen Spielzeit häufig der Weg durch das spielstarke Mittelfeldzentrum gesucht wurde, scheint angesichts der Verpflichtungen dribbelstarker Flügelspieler wie Rayan Ghrieb oder Can Moustfa auch ein flügellastigeres Spiel denkbar. Gleichzeitig verfügt der Kader nach wie vor über viele spielstarke Achter wie Rafael Lubach, Finn Becker und Javier Fernandez.
Klose will variabel sein: „60 bis 70% unser Spiel“
Ob 4-4-2 mit Raute oder ein 4-3-3 – Miroslav Klose möchte sich noch nicht in die Karten schauen lassen, wie er seine Mannschaft künftig ausrichten wird.
„Egal ob die Spieler von außen in die Mitte kommen oder umgekehrt: Variabilität ist wichtig für mich auf dem Platz, weil du systemunabhängig die Räume suchen musst“, sagt der Trainer auf die Frage nach einem möglichen 4-3-3 mit klassischen Flügelspielern. Stattdessen deutet der 48-Jährige an, die unterschiedlichen Spielerprofile je nach Gegner einsetzen zu wollen.
Heißt das also, dass der Club künftig stärker gegnerorientiert agieren wird? „Wir müssen schon unsere Sachen auf den Platz bringen. Natürlich musst du immer irgendwo auf den Gegner reagieren“, möchte Klose die Balance zwischen der eigenen Spielidee und gegnerspezifischen Anpassungen wahren. Sein Ziel sei es, „60 bis 70% unser Spiel aufzudrücken“.
Viererkette als Basis
Zum Spielsystem selbst sagt der Weltmeister von 2014: „Ich habe zwei, drei Systeme fest im Kopf. Das werden wir in der ganzen Saison auch sehen, je nachdem, auf welches System wir treffen.“ Der FCN-Trainer möchte in der 2. Bundesliga flexibel bleiben: „Die Liga hat gezeigt, dass viele reagieren und switchen können – auf das müssen wir uns gefasst machen.“
Auch wenn Klose verständlicherweise noch keine konkrete Formation verraten möchte, scheint die Viererkette als Grundordnung gesetzt zu sein. „Mit Ball ist ganz, ganz viel möglich. Das ist das, was meine Philosophie ist, dass wir kein festes System haben“, möchte Klose „unberechenbar sein“ – sowohl in der Formation als auch in der Herangehensweise.
Erste Aufschlüsse in Kornburg?
Tatsächlich bietet der Kader des 1. FC Nürnberg mit seinen unterschiedlichen Spielertypen derzeit viele Möglichkeiten, Fußball spielen zu lassen. Womöglich liefert bereits das erste Testspiel am Mittwochabend beim Bayernligisten TSV Kornburg erste Hinweise darauf, wie zumindest eines der „zwei, drei Systeme“ aussehen könnte, das Miroslav Klose bereits fest im Kopf hat.


