„Keine Popcorn-Fußballer“ – so denkt die neue FCN-Co-Trainerin über Fußball

Die neue Nürnberger U23-Co-Trainerin erklärt ihren Ansatz – und welchen Trainer sie besonders bewundert.

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Foto: DO IT NOW Media / FCN

Fokus auf das Trainergeschäft

Ab sofort wird Julia Simic als Co-Trainerin die U23 des 1. FC Nürnberg unterstützen. Selbst bezeichnet sie die Anstellung beim FCN als „den nächsten Schritt“ ihrer Karriere. Zuletzt war sie – und wird dies parallel zur Anstellung beim Club nach wie vor tun – auch als Co-Trainerin der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft und TV-Expertin tätig.

Nicht zuletzt auch im Podcast FROM COACH TO COACH betonte sie erst vor Kurzem, dass ihr Fokus eindeutig auf ihrer Trainerkarriere – und nicht auf ihrer Tätigkeit als Expertin – liegt.

Prägende Hospitation

Das wurde für sie spätestens klar, nachdem sie vor eineinhalb Jahren bei Fabian Hürzeler und Brighton & Hove Albion hospitierte. Die Tage mit dem ehemaligen St.-Pauli-Trainer prägten ihre Denkweise extrem, sodass sie den 33-Jährigen sogar als den für sie derzeit spannendsten Trainer bezeichnet.

„Sein Ansatz war, jeden Tag die Spieler ein bisschen besser zu machen“, spricht sie über Hürzeler – und war zunächst durchaus verwundert, da sie diesen Ansatz zuvor vor allem aus dem Jugendfußball kannte. „Und dann gehst du auf den Platz und siehst: Er macht jeden Tag seine Spieler besser“, konnte sie das große Trainertalent aber schnell überzeugen, sodass sie prophezeit, dass dessen Karriere „noch ganz steil nach oben“ gehen wird.

Insgesamt war die Hospitation für sie extrem nachhaltig. Seitdem versucht sie, auch viele Learnings daraus in ihre Arbeit zu transportieren. Auch dass sie sich viel mehr als Trainerin anstatt als Expertin sieht, merkte sie dadurch endgültig: „In dem Moment habe ich festgestellt, ich will zu 100 Prozent diesen Trainerweg mit allem, was ich habe, weitergehen.“

Ansätze für den Club

Im Trainingsalltag kann sie dem 1. FC Nürnberg sicherlich durch verschiedene Facetten weiterhelfen. „Ich mag alle Formen von Rondos mit Breakoutmöglichkeiten“, sagt sie über ihre Lieblingsübungen. Eine Form des Ballhaltens, die sich aber immer in eine größere Spielform auf ein Tor verwandelt, deckt für sie viele entscheidende Facetten ab. Auch bei ruhenden Bällen kann sie der FCN-U23 sicherlich helfen. Primär dafür ist sie in der Schweiz verantwortlich.

Dynamik und Popcorn

„Alles, was das Thema Dynamik entwickeln zu tun hat“, bezeichnet sie zudem als einen springenden Punkt im Fußball, mit dem sie sich zuletzt viel beschäftigte. Als interessantes Beispiel nennt sie die Argentinier bei der WM. Der Finalist platzierte im Spielaufbau zunächst gleich mehrere Spieler vor der ersten Pressinglinie – und besetzte die Räume zwischen den Linien erst nach und nach dynamisch, nachdem der erste Ball nach vorne gespielt wurde.

Ein Credo ihrer Arbeit auf dem Feld ist die Aktivität, auch wenn man nicht selbst am Ball ist. „Ich sage oft: Wir sind ja keine Popcorn-Fußballer. Wir brauchen jetzt nicht eine Tüte Popcorn und schauen uns das Spiel an. Sondern dass du in jeder Phase des Spiels voll aktiv bist, weil du hast immer eine Rolle“, beschreibt die ehemalige Nationalspielerin ihren Ansatz.

Auch hier hat sie ein Beispiel parat. Ist der Ball auf der linken Seite, hat auch der rechte Flügelspieler eine wichtige Funktion. Das „Stehen“ in der Breite kann als mögliche Option zum Verlagern wichtig sein, oftmals sei aber auch das Einrücken wichtig, um für den Zugriff nach Ballverlust vorbereitet zu sein. Da jeder Spieler im Spiel durchschnittlich nicht länger als zwei Minuten pro Partie am Ball ist, sei es umso wichtiger, dass man auch in den anderen 88 Minuten eine klare Rolle hat. Aufgaben im Training, in denen man auch ohne Ball wach sein muss, sind für Simic deshalb ein wichtiges Thema.

Ambitioniert

Insgesamt bekommt der 1. FC Nürnberg mit Julia Simic eine ehrgeizige und ambitionierte Co-Trainerin für die U23, die aufgrund ihrer fränkischen Herkunft zudem mit der Region verwurzelt ist. „Die bestmögliche Trainerin werden, die ich sein kann“, nennt sie ihr Ziel und möchte sich dahingehend beim FCN weiterentwickeln.