Kein Fortschritt: FCN inzwischen nur auf Hinrundenniveau

Der 1. FC Nürnberg stagniert - seit Jahren.

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Foto: DO IT NOW Media

Erster Sieg mit vollständigem Kader

Denkbar schlecht lief der Start des 1. FC Nürnberg in die Saison 2025/2026. An den ersten fünf Spieltagen verlor der Club viermal und konnte mit lediglich einem Unentschieden nur ein mageres Pünktchen sammeln.

Erst im zweiten Spiel nach Schließung des Transferfensters konnte der FCN Mitte September seinen ersten Dreier einfahren. Nach dem erlösenden ersten Saisonsieg am 6. Spieltag gegen den VfL Bochum sagte Miroslav Klose am RTL-Mikrofon: „Wenn man ehrlich ist, haben wir heute das zweite Spiel mit dieser Mannschaft bestritten“, und verwies damit auf den zuvor noch unvollständigen und dementsprechend wenig eingespielten Kader.

FCN nur auf Hinrundenniveau

Über ein halbes Jahr später arbeitet Klose weiterhin mit diesem Kader. Schließlich konnten im Winter alle Stammspieler gehalten werden. Die Grundlage, gemeinsam an einer Entwicklung zu arbeiten, schien also gegeben.

Rein leistungs- und ergebnistechnisch ist im Vergleich zwischen Rückrunde und Hinrunde jedoch kein Fortschritt zu erkennen. In den zwölf bisherigen Rückrundenpartien sammelten die Franken 15 Punkte – exakt die gleiche Ausbeute wie in der Hinrunde, die mit eben jener desolaten Punkteausbeute begann.

Enttäuschende Leistungen

Dabei sind es nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Art und Weise, die enttäuscht – insbesondere nach der jüngsten 0:2-Heimniederlage gegen Dynamo Dresden, wie auch Klose selbst betonte.

Bis auf das 3:0 über den FCK sah man in den letzten sieben Partien – nach dem 5:1-Kantersieg über den KSC und der kurz zuvor erfolgten Vertragsverlängerung des Trainers – kaum überzeugende Auftritte.

Diese Leistungen spiegeln sich auch in den Expected Points wider, die anhand der eigenen und gegnerischen Chancenqualität und -quantität zumindest näherungsweise das Leistungsniveau abbilden. Demnach machte der FCN im Vergleich zur Hinrunde sogar einen Rückschritt.

Damals stand man nach zwölf Spieltagen laut Datenanbieter Opta bei rund 20 Expected Points, in den zwölf Rückrundenspielen sind es hingegen nur 17.

Vielschichtige Erklärungsansätze

Die Gründe für die ausbleibende Entwicklung innerhalb dieser Saison sind vielschichtig: Spieler sind auf der Suche nach ihrer Form (Rafael Lubach), Schlüsselpositionen sind nach wie vor unzureichend besetzt (Sturm) und auch das Trainerteam findet weiterhin keine Lösungen auf altbekannte Probleme (gegnerisches Angriffspressing) – ebenso wenig wie Erklärungen für zuletzt blutleere Auftritte wie gegen Dresden, Düsseldorf oder auch Berlin.

Kaum Fortschritt in Nürnberg

So droht nicht nur innerhalb dieser Saison, sondern auch insgesamt seit dem Bundesligaabstieg 2019 ein weiteres Jahr für den 1. FC Nürnberg, in dem aus sportlicher Perspektive kaum Fortschritt zu erkennen ist.

Selbst die Punkteausbeute aus der Vorsaison (48) scheint bei aktuell 37 Zählern und noch fünf verbleibenden Spielen kaum noch erreichbar. Der FCN wird aller Voraussicht nach zum sechsten Mal in sieben Zweitligajahren die 50-Punkte-Marke verpassen – und den Fans damit wenig Anlass zur Hoffnung geben, warum es ausgerechnet in der kommenden Saison besser werden sollte und man dem grauen Mittelmaß entkommen könnte.

Umso mehr, weil der jüngste Trend einmal mehr nicht der „Friend“ ist.