Realistische Kaufoption für Faye
Was sich bereits seit Tagen durch die Meldung von Transferexperte Florian Plettenberg angedeutet hatte, ist nun offiziell: Der 1. FC Nürnberg verpflichtet Mikayil Faye von Stade Rennes. Der 22-jährige Innenverteidiger kommt auf Leihbasis vom französischen Erstligisten. Wie Joti Chatzialexiou bestätigte, hat sich der FCN eine Kaufoption für den Senegalesen gesichert: „Es ist nicht in dem Ausmaß wie bei Tzimas, es ist realistisch“, sagte der Sportvorstand. Diese hatte damals bei kolportierten 18 Millionen Euro gelegen.
Keine Soforthilfe
Auch wenn Faye vordergründig für die Abwehrzentrale eingeplant ist und damit nicht die Baustelle auf der Linksverteidigerposition schließt, „erweitert [er] somit unser Portfolio in der Abwehr“, wie Chatzialexiou betont. Gleichzeitig dämpft der 50-Jährige die Erwartungen an das ehemalige Barça-Talent, das 2024 für mehr als zehn Millionen Euro nach Frankreich wechselte: „Während seiner letzten Leihstation hatte er wenig Spielanteile. Unsere Zielsetzung ist es, ihn auf das Wettkampfniveau in der 2. Liga zu bringen. Er wird daher keine Soforthilfe sein können, wir werden gemeinsam Geduld benötigen.“ In den vergangenen beiden Jahren kam Faye auf nur etwas mehr als 1.000 Pflichtspielminuten.
„Das wird eine Challenge“
Insofern gehe der Club „ein gewisses Risiko“ ein und möchte den Spieler behutsam aufbauen. Die diesmal dreiwöchige Länderspielpause von Ende September bis Anfang Oktober könnte diesbezüglich hilfreich sein. „Das wird schon eine Challenge werden. Das wird jetzt nicht so sein, dass er jedes Mal locker vom Hocker runterspielt. Sondern er muss sich strecken“, erklärt Chatzialexiou mit Blick auf Faye, der sich zunächst an die 2. Bundesliga gewöhnen muss.
Gleichzeitig bringt der Neuzugang aber offenbar genau das Mindset mit, um sich seine Einsatzzeiten zu erarbeiten. „Das Commitment haben wir von ihm. Er möchte einfach wieder angreifen und spielen“, sagt Chatzialexiou. Zudem habe Faye die Entwicklung anderer junger Spieler beim FCN in der Vergangenheit überzeugt.
Entwicklung wie Emreli?
Für das Testspiel in Palermo oder auch den ersten Spieltag der 2. Bundesliga in gut zweieinhalb Wochen dürfte Faye dementsprechend noch keine Option sein. „Ich bedanke mich bei den Verantwortlichen des FCN, dass sie so viel Potenzial in mir sehen. Dieses Vertrauen will ich auf dem Platz zurückzahlen und freue mich sehr darauf, die Mannschaft kennenzulernen und anschließend in die Saison in der 2. Liga zu gehen“, kommentiert der Neuankömmling seinen Wechsel.
Beim 1. FC Nürnberg ist man also sehr darum bemüht, die Erwartungen an Mikayil Faye trotz seiner bereits schillernden Vita mit La-Masia-Vergangenheit und einem Transfer über mehr als zehn Millionen Euro zu dämpfen – angesichts seiner geringen Einsatzzeiten in den vergangenen beiden Jahren durchaus nachvollziehbar. Dennoch hofft man beim Club auf eine ähnliche Entwicklung wie bei Mahir Emreli vor zwei Jahren. Der Stürmer musste nach seiner Verletzung zunächst behutsam aufgebaut werden, ehe er im Herbst 2024 – in der bis dahin vielleicht stärksten Phase unter Miroslav Klose – zu einem wichtigen Baustein wurde.


