„Jeder hier sieht das Glas halbleer“: Was Klose beim FCN verändert hat

„War in den ersten zwei Jahren nicht immer so“ – ein wichtiger Erfolgsfaktor für den 1. FC Nürnberg.

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Foto: DO IT NOW Media

Auch Klose lernte fränkischen Pessimismus beim FCN kennen

Franken ist durchaus für seinen Pessimismus bekannt. Etwas, das auch Miroslav Klose auffiel, als er 2024 sein Amt als Trainer beim 1. FC Nürnberg übernahm. Daran erinnerte er sich nach dem jüngsten 2:0-Heimsieg gegen Darmstadt 98: „Ich bin hierhergekommen, in einer der ersten PKs habe ich gesagt: Jeder hier sieht das Glas halbleer. Das müssen wir ändern“, so der FCN-Trainer. Offenbar wurden seiner Einschätzung nach auch innerhalb des Vereins zu oft die negativen statt der positiven Dinge gesehen.

Klose arbeitete bewusst am Mindset des FCN

Angesprochen darauf, dass der Club zuletzt auch schwierige Spiele wie beim FC St. Pauli gewinnen konnte, obwohl man dort eigentlich unterlegen war, kam Klose auf eine veränderte Einstellung innerhalb seiner Mannschaft zu sprechen: „Der Glaube war in den ersten zwei Jahren nicht immer so“, erklärte der Weltmeister von 2014, der gezielt darauf hingearbeitet hatte: „Wir haben richtig viel in Gespräche investiert, dass die Jungs ihr Mindset ändern.“

Tatsächlich macht sich nach den ersten elf Spieltagen dieser Saison, in denen der FCN mit 24 Punkten so viele Zähler wie schon lange nicht mehr sammelte, zunehmend das Gefühl breit, dass die Franken inzwischen in der Lage sind, schwierige Momente zu überstehen, und widerstandsfähiger wirken als vielleicht noch in den Jahren zuvor.

Nicht nur Glück, sondern Qualität?

Laut den gängigen Expected-Points-Modellen holte die Klose-Elf bislang deutlich mehr Punkte, als nach Qualität und Quantität der eigenen und gegnerischen Torchancen zu erwarten gewesen wäre. Den Worten Kloses nach zu urteilen, ist das offenbar nicht nur eine Frage des Glücks, das im Fußball in gewissem Maße immer dazugehört, sondern auch der Einstellung. Diese macht in Verbindung mit der fußballerischen Klasse viele Spieler augenscheinlich zu echten Qualitätsspielern innerhalb der 2. Bundesliga. Frei nach dem Motto: Immer Glück ist Können.

Darauf ausruhen möchte sich der für seinen Fleiß bekannte Klose aber nicht. Zwar sei die Veränderung des Mindsets „ganz gut gelungen“. Doch damit ist die Arbeit für den Trainer längst nicht beendet: „Aber es geht weiter. Es ist nicht so, dass wir uns jetzt darauf ausruhen. Da macht man die größten Fehler. Deswegen bin ich sehr wachsam“, womit der Trainer des 1. FC Nürnberg versichert, trotz Tabellenplatz zwei keinen Deut nachlassen zu wollen.