„Hier einfach Pech gehabt“ – Dieser FCN-Transfer hatte mehr Potenzial

Der Leihspieler des 1. FC Nürnberg muss zunächst zurück nach Wolfsburg.

1. FC Nürnberg FCN News Analyse CLUBFOKUS Eryk Grzywacz Julian Justvan Mickael Biron Adriano Grimaldi Berkay Yilmaz Fabio Gruber
Foto: DO IT NOW Media

Grzywacz kam mit Topwerten nach Nürnberg

Ein einziger Profi-Einsatz in anderthalb Jahren, dazu nur 16 weitere Spiele für die U23: Von der Leihe von Eryk Grzywacz dürfte sich der 1. FC Nürnberg deutlich mehr versprochen haben. Schließlich kam der zentrale Mittelfeldspieler Anfang 2025 aus der U19 des VfL Wolfsburg mit herausragenden Leistungswerten aus der Jugendbundesliga ins Frankenland – sei es im Passspiel, im Dribbling oder auch mit seinem großen Aktionsradius gegen den Ball.

Besonderes Talent – Klose-Lob

Dass der 20-Jährige seine Qualität bislang kaum im Herren- oder Profifußball zeigen konnte, lag allerdings wohl weniger an fehlendem Talent als vielmehr an seinem Verletzungspech. Wer Grzywacz in der Regionalliga Bayern für die U23 des Clubs spielen sah, konnte schnell erkennen, dass sich der Pole mit seinem technischen Niveau und seiner Handlungsschnelligkeit von vielen Mit- und Gegenspielern abhob. Exemplarisch dafür: Seine Quote von 77 Prozent erfolgreichen Dribblings war ligaweiter Spitzenwert.

„Ich habe gesehen, welche Lösungen er in den Spielformen hat. Und das ist schon richtig gut. Ich hoffe, er bleibt gesund, weil ich ihn für einen sehr interessanten Spieler halte“, sagte Miroslav Klose bereits in der Sommervorbereitung vor der abgelaufenen Saison.

Anhaltende Verletzungsprobleme – „Hier einfach Pech gehabt“

Als Grzywacz laut Kloses Aussagen in der Hinrunde bereits „kurz davor“ war, „reinzurutschen“, folgten die nächsten Rückschläge. Durch seine anhaltenden Verletzungsprobleme – insbesondere am Knie – blieb es letztlich bei einem einzigen Kurzeinsatz, als er bei der 0:3-Heimniederlage gegen Hertha BSC im September 2025 in der 90. Minute eingewechselt wurde.

„Ein sehr spielintelligenter, ehrgeiziger Junge, der hier einfach Pech gehabt hat“, konstatierte Sportvorstand Joti Chatzialexiou bereits im März gegenüber den Nürnberger Nachrichten. Umso nachvollziehbarer erscheint es, dass der FCN die vergleichsweise hohe Kaufoption des VfL Wolfsburg nicht zieht. Im letzten Heimspiel wurde der filigrane Rechtsfuß verabschiedet. Dabei hätte sein vielseitiges Profil durchaus gut ins spielstarke Nürnberger Mittelfeld passen können.

Grzywacz‘ großes Potenzial

Für Grzywacz geht es im Sommer somit zunächst zurück nach Wolfsburg – wie seine Zukunft dort aussieht, bleibt allerdings offen. Was trotz seiner wenigen Einsätze beim 1. FC Nürnberg dennoch sichtbar wurde: Wenn der Mittelfeldspieler fit bleibt, bringt er definitiv das Potenzial mit, mindestens ein guter Zweitligaspieler zu werden.

Deshalb darf man Eryk Grzywacz nur wünschen, dass er in der kommenden Saison endlich verletzungsfrei bleibt und sein großes Talent – wo auch immer – dauerhaft zeigen kann.