„Habe ich noch nie irgendwo erlebt“ – Karafiat staunt nach FCN-Abgang über Trainer

„Nachdem ich in Nürnberg nicht gespielt habe, habe ich jetzt wieder große Lust auf Fußball.“

1. FC Nürnberg FCN News Analyse Ondrej Karafiat
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Top-Bilanz nach FCN-Abgang

Zehn Spiele, keine einzige Niederlage und sechs Mal ohne Gegentor – so lautet die eindrucksvolle Bilanz von Ondrej Karafiat, seitdem er im Winter den 1. FC Nürnberg in Richtung FK Mladá Boleslav verließ. „Ich bin mit riesiger Lust auf Fußball zurückgekehrt“, wird der 31-Jährige auf infotbal.cz zitiert. Schließlich kam der Tscheche in der Hinrunde beim FCN auf nur 122 Einsatzminuten.

Fußballerischer Ansatz

Was ihn seit seinem Abgang aus Nürnberg nun besonders beeindruckt, ist die Art und Weise, wie bei Mladá Boleslav Fußball gespielt wird – obwohl der Verein im Abstiegskampf steckt. „Der Trainer will Fußball spielen, er will mit hohem Risiko spielen“, erklärt Karafiat, der den mutigen Ansatz unter Aleš Majer lobt: „Das ist mir unglaublich sympathisch. Dass er sich mit so einem Stil durchsetzt – fast schon untypisch für den tschechischen Fußball.“

Tatsächlich verfügt der aktuelle Tabellenzwölfte über durchschnittlich 54% Ballbesitz, spielt die zweitwenigsten langen Pässe der Liga und weist mit 82% die zweithöchste Passquote auf.

„So etwas habe ich noch nie irgendwo erlebt“

Karafiat selbst schätzt trotz seiner Innenverteidigerposition die Freiheiten, sich in die Offensive einzuschalten: „Ich genieße das, weil wir ziemlich viele Freiheiten haben. Ich kann nach vorne gehen, Überzahlsituationen schaffen. Ich genieße es total und es macht mir riesigen Spaß. Nachdem ich in Nürnberg nicht gespielt habe, habe ich jetzt wieder große Lust auf Fußball.“

Obwohl er in der Vorsaison beim Club schon ähnliche Freiheiten als Abwehrspieler hatte, hebt er die Herangehensweise bei Mladá Boleslav nochmals hervor: „So etwas habe ich noch nie irgendwo erlebt.“

Fußball wird belohnt – mit Pokalfinale?

Und das, obwohl Karafiat in seiner inzwischen über 300 Spiele andauernden Profi-Karriere bereits viele Trainer erlebt hat: „Als ich aus Nürnberg kam und die Videos gesehen habe, mit denen mich der Trainer auf unsere Spielweise vorbereitet hat, dachte ich mir: Ihr kämpft doch gegen den Abstieg. Da habe ich mir gedacht, das ist ein enormes Risiko.“

Allerdings sagt ihm dieser mutige Ansatz zu: „Aber ich glaube, ich war mein ganzes Leben ähnlich eingestellt. Ich wollte immer Fußball spielen, den Ball am Boden halten – und das gefällt mir extrem gut“, fügte er hinzu.

Eine Herangehensweise, die angesichts der Bilanz mit Karafiat auf dem Feld – im einzigen Spiel ohne ihn setzte es eine Niederlage – belohnt wird. Und sie könnte sogar in einem Titel münden: Denn am Dienstag steht Ondrej Karafiat mit dem Halbfinalspiel bei FK Jablonec vor der großen Chance, ins tschechische Pokalfinale einzuziehen.