FCN und 2. Bundesliga sparsam
Glaubt man den Zahlen von transfermarkt.de, gaben die Teams der kommenden Zweitligasaison in der Sommertransferperiode bislang fast 27 Millionen Euro für Neuzugänge aus. Der 1. FC Nürnberg präsentiert sich dabei – wie viele seiner Ligakonkurrenten – gewohnt sparsam und investierte demnach weniger als eine Million Euro.
Während Alexios Kalogeropoulos, Fynn Otto und Giannis Masouras jeweils ablösefrei kamen, liegt die Ablöse für Rayan Ghrieb bei rund 600.000 Euro. Die Summe für Can Moustfa wurde zwar nicht offiziell beziffert, laut BILD soll sie aber „mindestens im mittleren sechsstelligen Bereich liegen“. Damit dürfte sich der FCN insgesamt bislang rund um die Marke von einer Million Euro bewegen.
Bundesliga-Absteiger überragt finanziell
Mit ganz anderen Zahlen hantiert dagegen Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg. Allein für Fabian Reese, Fraser Hornby, Hauke Wahl und Robert Glatzel sollen über 15 Millionen Euro Ablöse geflossen sein – und damit laut transfermarkt.de mehr als der Rest der Liga zusammen. Selbst Trainer Tobias Strobl soll eine halbe Million Euro Ablöse gekostet haben. Hinzu kommt ein Rekordetat für deutsche Zweitliga-Verhältnisse, mit dem die Niedersachsen im Werben um Spieler wie Hornby sogar Bundesligisten ausstechen konnten. Weitere Neuzugänge sollen folgen.
Glückwünsche von Klose-Kollege
Innerhalb der Liga scheinen diese finanziellen Möglichkeiten des Werkvereins bereits vor Saisonstart für Resignation zu sorgen – zumindest mit Blick auf den Kampf um Platz eins, wenn man einem Trainerkollegen von Miroslav Klose zuhört.
„Glückwunsch an den VfL Wolfsburg“, wird Bochum-Trainer Uwe Rösler von Sport1 zitiert. „Ich habe das noch nicht erlebt, dass eine Mannschaft solche Mittel zur Verfügung hat und so eine Mannschaft zusammenstellen kann. Also wirklich, Glückwunsch“, so der 57-Jährige, der den „kommenden Meister“ bereits ausgemacht hat.
Trotz Verkäufen: andere Liga
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Wölfe unter Ex-FCN-Sportvorstand und heutigem Sportgeschäftsführer Dieter Hecking durch die Verkäufe von Patrick Wimmer und Jakub Kamiński ihre bisherigen Transferausgaben bereits nahezu wieder ausgeglichen haben. Weitere Millionen-Einnahmen im zweistelligen Bereich – etwa durch einen Verkauf des umworbenen Dženan Pejčinović – könnten noch folgen.
Dass der VfL überhaupt Spieler dieses Kalibers im Kader hatte, Gehälter in dieser Größenordnung zahlen kann – allein Reese soll rund drei Millionen Euro brutto pro Jahr verdienen – oder zwei Millionen Euro Ablöse für einen 32-jährigen Wahl investieren kann, verdeutlicht dennoch den finanziellen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz.
Sportlich tritt Wolfsburg in der kommenden Saison zwar in derselben Liga wie der 1. FC Nürnberg an. Wirtschaftlich bewegt sich der Bundesliga-Absteiger jedoch in einer anderen Dimension – ein Vorteil, den es auf dem Platz nun erst einmal zu bestätigen gilt. Schließlich wird man vom ersten Spieltag an mit der Rolle des Gejagten leben müssen.


