Frey über FCN-Nachwuchs – und warum Klose für Talente „unbezahlbar“ ist

Zwischen Beraterkritik, regionalem Fokus und der Rolle als Zulieferer für die Profis

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Foto: DO IT NOW Media / FCN

Direktor ClubNachwuchs

Seit dem 1. April ist Dieter Frey offiziell als Direktor ClubNachwuchs beim 1. FC Nürnberg tätig. Zuvor war der 53-Jährige beim FCN als Sportlicher Leiter und Verantwortlicher für die Trainerentwicklung im Nachwuchs tätig. Als Michael Wiesinger zum FC Bayern München wechselte, wurde er dessen Nachfolger. „Auch wenn es nicht mein Ziel war“, sagt Frey nun im Interview mit dem Frankenfernsehen, da er kein konkretes Karriereziel verfolgte.

Um den Posten anzunehmen, hatte auch der Ex-Profi klare Vorstellungen: „Es war für mich nur vorstellbar, diesen Job zu übernehmen, wenn ich nach wie vor am Sport noch präsent sein kann.“ So ist er weiterhin viel beim Beobachten von Spielen sowie Trainings der Nürnberger Junioren.

Fokus auf den Sport

Schließlich ist es genau der sportliche Bereich, den Frey bereits in den vergangenen Jahren prägte. Sowohl die Trainingsidee, Spielidee und allgemeine Ausbildungsidee im Nachwuchsbereich des Clubs konzipierte der gebürtige Oberallgäuer federführend. Diese weiterzuverfolgen und je nach aktuellen Entwicklungen „punktuell anzupassen“, bezeichnet er als eines seiner Ziele. Ein weiteres ist es, das regionale Scouting rund um die Nürnberger Metropolregion fortzusetzen: „Weil wir schon versuchen, früh regional richtig gut zu sein. Ich sage, wir sollten rund um Nürnberg sehr viel von dem finden, was wir brauchen.“

Damit sich Frey vor allem auf den sportlichen Bereich konzentrieren kann, ist für ihn ein Team, das ihm einiges an Arbeit abnimmt, essenziell: „Wir haben so viele gute Leute, die mit vollem Herzblut beim Club sind.“

Neue Aufgaben Freys sind unter anderem das Thema Verträge sowie der Kontakt zu Beratern. „Es gibt sehr viele seriöse, aber es gibt auch welche, die es nicht sind“, beäugt der studierte Lehrer das Beratergeschäft kritisch – und die Entwicklung, wie mit jungen Spielern umgegangen wird: „Es ist verrückt, was da manchmal für 13-Jährige für Summen auf dem Tisch liegen. Ich glaube, das tut den Kindern und Familien nicht gut. […] Da sollte man nicht wegschauen.“

Zulieferer für die Profis

„Wir sind Zulieferer für die Lizenzmannschaft“, beschreibt der Nachfolger Wiesingers die Aufgabe der Nachwuchsarbeit, der die Profis als „unsere wichtigste Mannschaft“ bezeichnet, von der entsprechend auch die Stimmung im Verein abhängt. Auch wenn Frey mit Profitrainer Miroslav Klose nicht tagtäglich im Austausch ist, bezeichnet er ihn aus Nachwuchssicht als „Glücksfall“ – und erklärt dies mit einem Beispiel: „Wir müssen immer wieder versuchen, Mosaiksteine zu finden, wie wir unsere besten Jungs an uns binden können, die halt nicht monetär sein müssen.“ So gibt es beim Club regelmäßig ein Fördertraining für die U14 und U15. Bei einem davon stand Klose 90 Minuten mit auf dem Platz, was Frey für das Halten von Talenten als „unbezahlbar“ sieht, da der Weltmeister von 2014 dafür immer ein offenes Ohr hat.