Buchmann-Leihe sorgt für Fragezeichen
Dass der 1. FC Nürnberg im vergangenen Sommer Tarek Buchmann vom FC Bayern München auslieh, sorgte zunächst für Stirnrunzeln. Zwar war und ist das Talent des 21-Jährigen unbestritten. Allerdings hatte der Innenverteidiger mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen und zuvor über zwei Jahre praktisch keinen Fußball gespielt.
Insofern erschien es durchaus fragwürdig, warum der FCN für den FCB einen Spieler, der lediglich ausgeliehen war und noch ohne Profierfahrung war, wieder „auf die Beine helfen“ sollte, wie es Miroslav Klose damals formulierte.
Nur zwei Einsätze – Buchmann trotzdem mit „gutem Gefühl“
Letztlich kam Buchmann in seinem Jahr beim Club auf lediglich zwei Profieinsätze sowie sechs Spiele für die U23 in der Regionalliga. Erneut warfen ihn Verletzungen immer wieder zurück.
Immerhin blieb der Abwehrspieler seit März fit – und konnte in diesem Zeitraum sein Profidebüt feiern. Entsprechend positiv fällt sein Fazit bei Spox aus: „Die letzten Monate waren sehr gut. Ich fühle mich gerade sehr fit, sehr stabil und gehe mit einem guten Gefühl aus der Saison raus.“
Aus dieser Perspektive dürfte sich die Leihe für den Spieler also durchaus gelohnt haben.
Buchmann erklärt seine Rolle
Dass ihn Klose nach seinem Debüt in Kiel ausdrücklich lobte, bedeutet Buchmann viel: „So ein Feedback ist ganz besonders nach so einer langen Zeit. Das zeigt, dass sich die ganze Arbeit ausgezahlt hat.“
Warum es anschließend nur noch zu einem weiteren Kurzeinsatz reichte, erklärt das Bayern-Talent wie folgt: „Ich habe im Training immer 100 Prozent gegeben, hatte aber zwei Innenverteidiger vor mir, die eine sehr stabile Saison gespielt haben.“ Gemeint sind Fabio Gruber und Luka Lochoshvili, die das Abwehrzentrum des Clubs bildeten.
Insofern bestand Buchmanns Rolle vor allem darin, das Duo im Training unter Druck zu setzen: „Ich hatte die Aufgabe, die beiden zu pushen und spüren zu lassen, dass ich da bin, wenn sie schwächeln.“ Da Gruber und Lochoshvili allerdings kaum Schwächephasen zeigten, wirkte sich das zwangsläufig auf Buchmanns Einsatzzeiten aus.
„Generell bin ich einfach froh, dass ich wieder einen Rhythmus habe, unbeschwert trainieren und Selbstvertrauen aufbauen kann. Das alleine gibt mir viel“, zeigt sich der ehemalige Juniorennationalspieler dennoch dankbar. Gleichzeitig stellt er klar: „Aber natürlich habe ich auch den Anspruch, für ein Team ein essentieller Spieler zu sein.“
Buchmann-Zukunft offen
Wie es für Tarek Buchmann nach seinem Jahr beim 1. FC Nürnberg weitergeht, ist derzeit noch offen: „Ich brauche ein gutes Umfeld mit guten Aussichten auf Spielzeit, will einer Mannschaft weiterhelfen, unabhängig vom Namen des Klubs. Ich bin maximal motiviert und freue mich sehr auf alles, was kommt.“
Auch wenn seine Leihe zum FCN auf den ersten Blick – und auch rückblickend betrachtet – nur bedingt nachvollziehbar erscheint, konnte der Spieler zumindest wieder „auf die Beine kommen“ – wie von Klose damals angekündigt – und offenbar das Trainingsniveau am Valznerweiher erhöhen.
Ob diese Rolle aus Nürnberger Sicht nicht auch ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs hätte übernehmen können, der langfristig eine Perspektive beim Club besitzt, bleibt allerdings eine durchaus berechtigte Frage.


