FCN-Wunschtransfer wackelt – Tóth-Vater „nicht besonders optimistisch“

In einem exklusiven Interview mit dem CLUBFOKUS spricht die Spielerseite über den derzeit stockenden Wechsel zum 1. FC Nürnberg.

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Fotos: DO IT NOW Media | YouTube

Der 1. FC Nürnberg möchte Rajmund Tóth vom ungarischen Meister ETO FC verpflichten. Auch der 22-jährige Mittelfeldspieler hat seinen Wechselwunsch deutlich gemacht. Allerdings konnten sich bislang die beiden Vereine nicht auf eine Ablösesumme einigen, weshalb der Transfer seit Wochen stockt. Nun äußert sich die Spielerseite. Rajmunds Vater Gyula Tóth spricht gegenüber dem CLUBFOKUS über den aktuellen Stand der Verhandlungen und seine Sicht der Dinge.

Rajmund hat deutlich gemacht, dass er zum 1. FC Nürnberg wechseln möchte. Warum ist dieser Wechsel für ihn so wichtig?

Rajmi durchlief alle Jugendmannschaften von ETO und erreichte mit der ersten Mannschaft den Gipfel: Sie gewannen die ungarische Meisterschaft der ersten Liga. Anschließend erhielt er eine Einladung in die Nationalmannschaft, wo er sein Debüt feierte und sogar ein Tor erzielte. Angesichts dieser Erfolge und des spürbar gestiegenen Interesses an seiner Person lässt sich meiner Meinung nach eindeutig feststellen, dass Rajmi einen Schritt nach vorne machen muss, um sich weiterentwickeln zu können. Das spricht nicht gegen ETO, so ist nun einmal der Fußball, so ist das Leben: Jeder muss seinen eigenen Weg gehen; eine Zeit lang war dieser Weg ein gemeinsamer, aber nun ist die Zeit gekommen, dass sich die Wege von Rajmi und ETO trennen.

Wie ist der aktuelle Stand der Transferverhandlungen?

Leider kann ich nichts Positives berichten; auch das persönliche Treffen hat nicht den erhofften Durchbruch gebracht. Es fällt uns schwer, unsere Enttäuschung zu verbergen, aber das wollen wir auch gar nicht.

Warum ist der Transfer bislang noch nicht zustande gekommen? Was steht einem Abschluss derzeit im Weg?

Angesichts der Ereignisse habe ich das Gefühl, dass sich ETO der Realität nicht bewusst ist bzw. nicht besonders konsequent wirkt. Leider halte ich einen Abschluss des Geschäfts nicht für realistisch, solange ich das Gefühl habe, dass Rajmi eher als Mittel zum Zweck betrachtet wird und man nicht den Menschen und Sportler sieht, der für seine Kindheitsträume kämpft. Ich verstehe nichts vom Fußball und möchte mich nicht als Experte aufspielen, aber das ist meine Meinung zur Situation. Natürlich betrachte ich die Dinge in erster Linie aus der Perspektive meines Sohnes Rajmi, aber ich lasse auch die Sichtweise von ETO nicht außer Acht; ich versuche, auch deren Standpunkt zu verstehen, doch ihre Haltung, wie sie mit der Situation und mit Rajmi umgehen, kann ich nicht akzeptieren.

Wie würden Sie die Kommunikation mit dem ETO FC während der Verhandlungen beschreiben?

Obwohl ich keinen persönlichen Kontakt zur Vereinsführung habe, empfinde ich deren Verhalten als sehr hektisch. Ich habe das Gefühl, dass sie manchmal nicht erreichbar sind, dann tauchen sie wieder auf, und dann wieder nicht. Muss das so laufen? Ich habe nicht unbedingt das Gefühl, dass sie mir den nötigen Respekt entgegenbringen.

Wie geht Rajmund mit der aktuellen Situation um? Fällt es ihm schwer, den Fokus zu behalten, solange seine sportliche Zukunft noch ungewiss ist?

Ich sehe, dass er derzeit noch damit zurechtkommt, weil er fest an eine Lösung glaubt. Sein Engagement für den Wechsel ist unbestritten, das hat er auch innerhalb des Vereins deutlich gemacht – hoffen wir, dass man dies bald berücksichtigen wird. Das Training und die zusätzliche Arbeit erledigt er zwar wie gewohnt, aber innerlich nagen ihm diese Vorgänge sicherlich. Ich befürchte, dass er im Falle eines gescheiterten Transfers das Gefühl hätte, man hätte ihm seine Zukunft genommen. Davon hätte jedoch niemand etwas.

Wie optimistisch sind Sie, dass der Wechsel zum 1. FC Nürnberg in diesem Sommer noch zustande kommt?

Ich bin derzeit nicht besonders optimistisch, hoffe aber weiterhin auf eine Lösung. Ich würde mir wünschen, dass die Entscheidungsträger nicht nur das Geld sehen, sondern auch ihre eigene Verantwortung im ungarischen Fußball, was die Wertschöpfung für den ungarischen Fußball angeht. Vor allem, weil zuvor kommuniziert wurde, dass das Ziel darin bestehe, junge Talente zu fördern und auf ein höheres Niveau zu bringen. Aus meiner Sicht ist diese Haltung derzeit leider nicht zu erkennen.

Auch Rajmund Tóths Berater Milan Fehér ordnete die Situation gegenüber dem CLUBFOKUS ein:

Im Laufe des Sommers haben mehrere Vereine Verhandlungen mit ETO geführt. Ausnahmslos alle haben Rajmi in dieselbe Preisklasse eingestuft, und auch meine internationalen Partner teilen diese Einschätzung hinsichtlich des Marktwerts des Spielers. Nur Győri ETO bewertet ihn deutlich höher.

Wir würden uns wünschen, dass ETO offen und realistisch in die Verhandlungen geht und die weitere Entwicklung seines selbst ausgebildeten Spielers nicht behindert.

Dieser Transfer ist mir besonders wichtig, denn Rajmi ist nicht nur ein Spieler, den wir vertreten. Für mich steht im Vordergrund, ihm dabei zu helfen, seinen sportlichen Weg weiterzugehen. Ich bin überzeugt, dass er sich diese Chance durch seine Leistungen und seinen Charakter verdient hat.