FCN: Warum sich der Klose-Fußball mal wieder verändern wird

Der 1. FC Nürnberg hat seine Spielidee unter Miroslav Klose bereits mehrfach angepasst – und vieles spricht dafür, dass die nächste Veränderung bevorsteht.

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Foto: DO IT NOW Media

Viele Wechsel

Einen „gewissen Ballbesitz“ und „Dominanz“ kündigte Miroslav Klose als seine Spielidee an, als er beim 1. FC Nürnberg vor ca. zwei Jahren als Cheftrainer vorgestellt wurde. Seitdem ist der FCN auf der Suche nach Konstanz – sowohl auf die Leistung bezogen, die teilweise auch innerhalb eines Spiels massiv schwankte, als auch personell aufgrund der vielen Transferbewegungen.

Verschiedene Herangehensweisen

Was sich seitdem aber auch schon oft änderte, ist die Art und Weise, wie der Club Fußball spielt. Zu Beginn der Amtszeit Kloses war, sobald der Gegner im Mann-gegen-Mann presste, quasi überhaupt nichts zu sehen. Die halbwegs ordentliche Punkteausbeute kaschierte die großen Defizite der Franken. Nach und nach – unter anderem durch die Systemumstellung hin zur Dreierkette – verbesserte sich das Nürnberger Spiel deutlich.

Phasenweise lieferte man fast schon begeisternden Fußball ab und dominierte Aufstiegskandidaten wie den HSV oder Fortuna Düsseldorf spielerisch nahezu nach Belieben. Klare Abläufe und unter anderem das immer wieder praktizierte Spielen und Gehen sorgten für eine attraktive Spielweise. In der Rückrunde ebbte dann vor allem das Offensivspiel nach und nach ab, sodass der Saisonendspurt enttäuschend verlief. Sicherlich hatten sich auch die Gegner besser auf den Club eingestellt, der gegen den Ball fast die gesamte erste Spielzeit unter Klose auf ein hohes Pressing verzichtete.

Erneuter Systemwechsel

Zu Beginn der abgelaufenen Saison änderte sich daran grundsätzlich nur wenig – sowohl bezüglich der Spielweise als auch der offensiven Durchschlagskraft. Als der Kader komplett war, stellte man auf eine Viererkette um, was sich bemerkbar machte. Man verteidigte nun höher, wurde im Angriff gefährlicher und konnte sich auch mit dem ein oder anderen Matchplan entscheidende Vorteile verschaffen – unter anderem gegen den VfL Bochum, als die Nominierung von Rafael Lubach als nomineller Stürmer den gegnerischen Pressingplan durchkreuzte.

Im Laufe der Hinrunde entwickelte sich der Club, der zu dieser Zeit extrem auf Überladungen und kurze Passabstände setzte, jedoch nicht entscheidend weiter – zumindest fehlte es im letzten Drittel an Klarheit, Tiefe und mitunter auch Qualität.

Wieder deutliche Änderungen

Vielleicht wich man auch deshalb spätestens nach der Winterpause davon dann wieder ab. Das Nürnberger Spiel wurde deutlich pragmatischer. Aus zunächst situativ eingebauten langen Bällen entwickelte es sich zwischenzeitlich dahin, dass man unter Gegnerdruck den Ball sehr schnell mit einem weiten Schlag nach vorne beorderte. Just in dieser Zeit verzichtete man dann auch auf filigrane Spielertypen wie Finn Ole Becker im Mittelfeld und baute stattdessen auf die Physis von Rabby Nzingoula und Tom Baack – um am Saisonende wieder davon abzurücken.

Mittlerweile verteidigte man auch nicht mehr im Raum, um dem Gegner im Idealfall Pressingfallen zu stellen. Stattdessen ging man in das Mann-gegen-Mann über das ganze Feld über, ein erneut klarer Wechsel der Ausrichtung.

Fokus auf 1-gegen-1?

Was sich bislang mehr oder weniger konstant durchzog, war, dass der 1. FC Nürnberg unter Miroslav Klose keinen Bedarf für gelernte Flügelspieler hatte. In der praktizierten Dreierkette ohnehin nicht – und auch wenn man mit einer Viererkette auflief, setzte man vermehrt auf Zentrumsspieler, die dann situativ die Außenbahn besetzten.

Das soll sich nun aber ändern. Joti Chatzialexiou legt in der Sommertransferperiode viel Wert auf 1-gegen-1-Spieler. Die Verpflichtung von Rayan Ghrieb, das Gerücht um Can Moustfa oder dass man mit Justin von der Hitz offensiver plant, sprechen klar dafür.

Damit wird dann zwangsläufig auch ein erneuter Wechsel der Art und Weise einhergehen, wie der Club Fußball spielt. Dass man das Mann-gegen-Mann in der Defensive beibehält, ist wahrscheinlich. Wie Miroslav Klose seine Mannschaft, die dann über andere Spielerprofile als zuletzt verfügen wird, mit Ball einstellen wird, darf man sehr gespannt verfolgen.