FCN: Warum Moustfa noch „eine große Rolle spielen wird“

Der Neuzugang des 1. FC Nürnberg ist kein Allrounder – sondern ein Spezialist.

1. FC Nürnberg FCN News CLUBFOKUS Can Moustfa Analyse
Foto: DO IT NOW Media

Klose-Lob

Obwohl er in der Vorsaison lediglich ein einziges Mal in der 3. Liga von Beginn an auflief, verpflichtete der 1. FC Nürnberg Can Moustfa vom FC Energie Cottbus.

An den ersten beiden Ligaspielen kam er für den FCN allerdings noch nicht zum Einsatz. „Weil es die Mannschaft natürlich auch gut gemacht hat und wir uns für andere Wechsel entschieden haben“, begründete Miroslav Klose – hatte aber dennoch ein Lob für den 21-Jährigen parat: „Ich weiß, dass er die Saison noch eine große Rolle spielen wird, weil er die Dinge im Training immer besser macht. […] Er brennt auf jede Minute.“

FCN-Debüt

Beim DFB-Pokalspiel in Köln war es dann soweit – Moustfa durfte sein Pflichtspieldebüt für den FCN geben. Dabei konnte man aber auch durchaus erahnen, warum er in Cottbus vor allem als Joker zum Einsatz kam. Die Kölner spielten viel über ihre rechte Seite. Nürnbergs Linksverteidiger Eric Porstner war mit fortlaufender Spielzeit nicht mehr bei Kräften, der Club konnte aber nicht mehr wechseln.

Dadurch musste Moustfa defensiv viel arbeiten. Am Ende absolvierte er – obwohl er erst in der 67. Minute eingewechselt wurde – die zweitmeisten Defensivzweikämpfe der Franken. Von den sieben bestrittenen konnte er allerdings nur zwei gewinnen. Zudem verursachte er drei ähnliche Fouls, von denen eines auch zum späten 1:1-Ausgleich führte.

Insgesamt war ihm anzumerken, dass er in puncto Antizipation, Raumgefühl und Auffassungsschnelligkeit noch Luft nach oben hat. Angesichts seiner bislang geringen Erfahrung ist das allerdings wenig überraschend.

Spezialist

Ohnehin ist der Rechtsfuß in seiner Spielweise kein Allrounder. Also kein Spieler, der viele Bereiche des Spiels ähnlich gut abdeckt. Stattdessen ist er ein Spezialist, dessen große Qualität vor allem in einem Bereich liegt: im Dribbling.

Die Cottbuser schafften es in der Vorsaison häufig, ihn in der Schlussphase in solche 1-gegen-1-Situationen zu bringen. Schließlich führte er in der vergangenen Drittligasaison pro 90 Minuten die viertmeisten Dribblings und gewann davon starke 58 Prozent.

Dabei zeichnet ihn unter anderem aus, dass er sowohl links als auch rechts am Gegenspieler vorbeiziehen kann. Auch seine Beweglichkeit und sein Skillset machen es schwer, ihn zu verteidigen. Beim Pokalspiel erhielt er offensiv allerdings wenig Bälle und war kaum in Aktion. Ein Dribbling verzeichnete er hier nur – und verlor es.

Besondere Momente

Auch wenn sein Nürnberger Pflichtspieldebüt damit eher unglücklich verlief, verwandelte er im Elfmeterschießen später den mitentscheidenden Strafstoß.

Dass er demnächst ein Kandidat für Startelfeinsätze ist, erscheint unwahrscheinlich. Je nach Spielverlauf und Gegner kann er als Einwechselspieler mit seinem speziellen Profil aber dennoch ein interessanter Faktor für den FCN werden.