FCN: Warum Klose Soldic erst in der Nachspielzeit brachte

Seine bisherigen Einsätze zeigen ein klares Muster – Klose erklärt die Hintergründe.

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Foto: DO IT NOW Media

Späte Einwechslung

Bei einem Spielstand von 0:2, obwohl man als Favorit in die Partie ging, in der Nachspielzeit eingewechselt zu werden, ist vermutlich nicht das, was man sich als Fußballer wünscht. Beim 1. FC Nürnberg war das gegen Dresden der Fall, als Marko Soldic in der 92. Minute für Adam Markhiyev in die Partie kam. In den zwei verbleibenden Minuten brachte es das FCN-Talent noch auf einen Ballkontakt.

„Es waren viele Überlegungen im Trainerteam, was wir machen“, nahm Miroslav Klose im Nachgang Stellung dazu. Dass er den 16-Jährigen nicht schon früher einwechselte, begründete er auch mit dem zweiten Gegentreffer in der 83. Minute: „Als wir dann ein bisschen umgestellt haben, fällt das 0:2. Und deswegen war das so nicht geplant für uns. Vielleicht hätte er ein paar Minuten mehr bekommen, aber das war heute nicht der Fall.“

Gute Trainingsleistungen

An gelernten Offensivspielern war die Nürnberger Bank ohnehin recht dünn besetzt. So verzichtete Klose beispielsweise neben Adriano Grimaldi auf einen weiteren Stürmer. „Weil Marko Soldic das im Training richtig gut gemacht hat“, war der FCN-Trainer offensichtlich mit den Leistungen des Youngsters während der Woche sehr zufrieden. Bereits auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Dynamo betonte der 47-Jährige, dass Spieler wie das Eigengewächs „noch ein paar Minuten in den letzten sechs Spielen bekommen müssen, weil sie die Sache im Training sehr, sehr gut machen.“

3x schon entschieden

Das Alter des 16-jährigen Mittelfeldspielers darf man bei der Bewertung seiner Einsatzzeit natürlich nicht außer Acht lassen. Dennoch lassen seine bisherigen Einwechslungen darauf schließen, dass er vor allem dann eine Option ist, wenn das Spiel bereits mehr oder weniger entschieden ist. Achtmal stand Soldic mittlerweile im Zweitligakader.

Davon endeten drei Spiele mit mehr als einem Tor Unterschied. Gegen den KSC (5:1), Kaiserslautern (3:0) und Dresden (0:2) – exakt jene Partien, die zum Einwechselzeitpunkt bereits entschieden waren – kam Soldic jeweils in den Schlussminuten zum Einsatz.

Mehr Wechseloptionen?

Dabei gab es bereits mehrere Spiele wie gegen Dresden, in denen der FCN Kreativität vermissen ließ. Der etatmäßige Spielmacher Julian Justvan zeigte zuletzt häufiger Leistungen, die seinen eigentlichen Qualitäten nicht ganz gerecht wurden, sodass eine frühere Einwechslung eines anderen „Zehners“ zumindest eine Option gewesen wäre.

Am grundsätzlichen Plan dürfte das jedoch wenig ändern. Marko Soldic ist ein sehr großes Talent, das über kurz oder lang mehr Einsatzminuten bekommen wird. Auffällig bleibt dennoch, dass seine bisherigen Einsätze ausschließlich in bereits entschiedenen Spielen stattfanden.