Warten auf einen Abschluss
Gerade mal einen Abschluss konnte Adriano Grimaldi in seinen letzten 465 (!) Einsatzminuten für den 1. FC Nürnberg abgeben. Dieser resultiert aus der 0:2-Heimniederlage am 29. Spieltag gegen Dresden, als der FCN-Stürmer in der Nachspielzeit zum Kopfball kam. In seinen anderen acht letzten Einsätzen gab er hingegen keinen einzigen Schuss ab. Wenig verwunderlich, dass Grimaldi unter allen 53 Stürmern der 2. Bundesliga, die mindestens 515 Spielminuten verzeichnen, zu den fünf Schlechtesten bezüglich Abschlüssen und Expected Goals gehört.
Vergleicht man die Zahlen mit denen aus seiner Vorsaison in Paderborn, liegen Welten dazwischen. 2024/25 gab er mit vier Abschlüssen pro 90 Minuten nach Ragnar Ache die zweitmeisten der Liga ab – sein xG-Wert von 0,62 pro 90 Minuten (in dieser Saison nur noch 0,2) bedeutete unter allen Stürmern immerhin den vierten Platz.
Erneut von Beginn an
Trotz der mauen Ausbeute des Stürmers durfte er auch im Frankenderby wieder von Beginn an auflaufen – obwohl ihm Miroslav Klose in der Vorwoche gegen Magdeburg keine wirklich gute Leistung attestierte. „Wir haben uns da wirklich intensiv ausgetauscht, weil er bei vielen Aktionen sehr unglücklich ausgeschaut hat und auch den einen oder anderen technischen Fehler hatte“, sagte der FCN-Trainer damals.
Auch gegen Fürth hatte der erfahrene Angreifer den einen oder anderen Fehler zu viel in seinem Spiel: „Natürlich weiß ich, dass ein oder zwei Bälle wieder versprungen sind und er ab und an die falsche Entscheidung getroffen hat. Aber das ist bei ihm auch irgendwo normal und ich sehe das nicht so schlecht, weil manchmal wurstelt er sich durch und dann wird es doch gefährlich.“ So sah ihn Klose insgesamt „einen Tick besser im Spiel als letzte Woche“. Lob hatte er unter anderem für Grimaldis Spiel gegen den Ball übrig: „Er ist präsent, er hat dann auch den Torhüter in einem sehr guten Wickel angelaufen.“
Wenig Argumente
„Stand jetzt habe ich es nicht so schlecht gesehen“, bilanzierte Klose, wollte sich für ein abschließendes Urteil aber noch die Videos und Szenen Grimaldis genauer anschauen. Fakt ist dennoch, dass man es kaum schafft, den gebürtigen Göttinger in torgefährliche Situationen zu bringen. Lediglich ein Saisontor spricht Bände. Abgesehen von seiner Erfolgsquote in Kopfballduellen, die mit 48% zu den besten auf seiner Position gehört, sprechen auch sonst viele Zahlen nicht gerade für eine gute Spielzeit des ehemaligen Paderborners. Egal, ob seine Passquote (62%), seine Quote in Offensivduellen (22%) oder die bereits erwähnte fehlende Torgefahr – so wirklich Werbung für weitere Startelfeinsätze kann er damit nicht machen. Was auch daran liegt, dass man es kaum schafft, seine Stärken in der gegnerischen Box einzusetzen.


