Klarer Favorit
Angesichts von acht Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und einer Serie von drei Spielen ohne Niederlage im Rücken kann der 1. FC Nürnberg relativ sorgenfrei in das kommende Heimspiel gegen die SG Dynamo Dresden gehen. Acht Zähler mehr (37) als der Gast hat man in der laufenden Spielzeit eingefahren. Von den zehn vergangenen Heimpartien ging lediglich eine verloren, zuletzt gelang im Max-Morlock-Stadion ein souveräner 3:0-Erfolg gegen Kaiserslautern. Bei den Elbstädtern sind darüber hinaus viele Stammspieler verletzt oder angeschlagen, was für eine klare Favoritenrolle zugunsten des FCN spricht.
Starke Dresdner
Auf der anderen Seite muss man Dynamo eine bislang starke Rückrunde attestieren. Zuletzt verlor man sehr unglücklich in Paderborn und zu Hause gegen Hertha. Von den vorherigen neun Partien im Jahr 2026 verlor man nur eine, sodass man in der Rückrundentabelle derzeit den siebten Platz belegt und sogar einen Zähler mehr als die Mannschaft von Miroslav Klose einfahren konnte. „Mit Dynamo kommt der gleiche Trainer, aber eine andere Mannschaft als in der Hinrunde auf uns zu“, sieht auch Nürnbergs Trainer – unter anderem personell – ein stärkeres Team.
Vorbild Cruyff
Auch die Art und Weise, wie Dresden Fußball spielt, ist oftmals spektakulär. Trainer Thomas Stamm bezeichnet keinen Geringeren als Johan Cruyff als die Person, die ihn am meisten prägte. „In der Art und Weise, wie er über Fußball dachte, wie er Fußball hat spielen lassen und wie er den Fußball entwickelt hat“, schwärmt er im Podcast FROM COACH TO COACH vom Niederländer, der für Ajax Amsterdam und den FC Barcelona sowohl als Spieler als auch später als Trainer tätig war. Cruyff galt seinerzeit als Vorreiter für offensiven Ballbesitzfußball.
Folglich pflegen auch die Sachsen eine sehr aktive Spielweise. Diese Aktivität lässt sich auch daran ablesen, dass sie mit 122,5 Kilometern pro Spiel ligaweit die meisten zurücklegen. Man variiert zwischen einem geduldigen Aufbau aus dem Positionsspiel heraus, ist sich aber situativ auch für den langen Ball nicht zu schade – vor allem, da man im Sturm über mehrere Zielspieler verfügt. Christoph Daferner, Vincent Vermeij und Co. möchte man auch nach Flanken immer wieder in Szene setzen. Hierfür schalten sich die Außenverteidiger aus der Viererkette heraus oftmals mit nach vorne ein. Die Boxbesetzung sowie die anvisierten Räume sind dabei häufig gegner- und situationsabhängig.
Offensivstärker
Dass Dresden offensiv auch durchaus Qualität mitbringt, zeigt allein die Anzahl der erzielten Tore. Die 45 Treffer sind sieben mehr als beim Club und werden in der Liga nur von fünf Teams überboten. Aus Datensicht fallen bezüglich der Torerzielung unter anderem die drittmeisten (10) Treffer nach Balleroberung, die meisten Tore nach Flanken (11), per Kopf (10) und aus der Distanz (7) auf.
Dennoch geht der Club aus diversen Gründen als Favorit in die Partie. Die gegnerischen Ausfälle dürften die Gegnervorbereitung erschweren, da man nicht genau weiß, inwiefern Dresden darauf strukturell reagieren wird. Klose möchte vor allem, dass seine Mannschaft besser Fußball spielt als zuletzt in Braunschweig: „Wenn wir unseren Fußball zeigen, dann werden wir auch ein fantastisches Fußballspiel sehen.“ Dynamo presst zwar zumeist relativ hoch, ist im eigenen Abwehrdrittel aber oft zu fehleranfällig und hat nicht zufällig bereits 47 Gegentore kassiert. Interessant wird, ob und welche personellen Änderungen Klose im Vergleich zur Vorwoche vornehmen wird. Optionen hat er vor allem im Mittelfeld etliche.


