Nach Zoma-Ausfall: FCN will „andere Qualitäten“ nutzen
„So einen Fall habe ich noch nicht gehabt“, antwortet Miroslav Klose auf die Frage, ob er in seiner Trainerkarriere schon einmal den Ausfall eines derart wichtigen Spielers wie Mohamed Ali Zoma beim 1. FC Nürnberg verkraften musste. „Wir werden ihn nicht ersetzen können“, weiß der 48-Jährige, der künftig stattdessen die Stärken anderer Akteure nutzen möchte: „Das ist das Spannende für mich als Trainer: Wie gehen die Jungs damit um? Welche Qualität können wir nachlegen? Und wir können nachlegen“, gibt er sich trotz der Schulterverletzung seines Toptorjägers zuversichtlich.
Stellt Klose das System um?
Ein besonderes Zusammenrücken innerhalb der Mannschaft stellte Klose nach dem Verletzungsschock nicht fest – schließlich sei der Zusammenhalt durch die ohnehin „gute Gemeinschaft“ beim FCN bereits gegeben: „Das funktioniert bei uns schon alles von Anfang an.“ Insofern seien auch keine „besonderen“ Maßnahmen nötig.
Theoretisch könnte man beim Club nun auf die Idee kommen, aufgrund des Verlustes seines Unterschiedsspielers eine Systemumstellung vorzunehmen. Dem schiebt Klose allerdings einen klaren Riegel vor: „Das kann ich ganz einfach beantworten: Nein. Sondern personell“, entgegnet er auf die entsprechende Frage und verweist auf die „doppelt besetzten Positionen“ im Kader.
Lediglich kleinere Anpassungen bei der Interpretation der jeweiligen Position seien denkbar: „Manchmal ist es fußgleich, manchmal fußverkehrt. Ist er ein Tiefenläufer? Ist er jemand, der dem Ball entgegenkommt?“, skizziert der Weltmeister von 2014 die unterschiedlichen Spielertypen. Entsprechend gebe es mehrere Möglichkeiten, die nun vakante Position auf Linksaußen zu besetzen: „Da haben wir viele Spieler in unseren Reihen, die genau das Profil erfüllen können.“
Ghrieb, Lubach und Bøving im Fokus
Wie genau Klose den Zoma-Ausfall kompensieren will, möchte er logischerweise noch nicht verraten. Fest steht jedoch, dass mit Rafael Lubach, Rayan Ghrieb und William Bøving drei Akteure stärker in den Fokus rücken dürften, die zu Saisonbeginn noch auf der Bank saßen: „Das sind Qualitäten, die etwas unterschiedlich zu Zoma sind. Auch sie können dem Gegner richtig wehtun. Es wird mehr Minuten für die Spieler, die bisschen hinten dran waren, geben“, so der FCN-Trainer, der bei sich selbst „ein schönes Gefühl“ feststellt: „Ich habe das Gefühl, dass die Jungs brennen und die Minuten nutzen wollen.“
Die erste Gelegenheit, sich für mehr Spielzeit zu empfehlen, bietet sich bereits am Samstagabend im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern.


