FCN sorgt für Wutrede – Zweitligatrainer vor Rauswurf? Klose: „Ihr seid stark genug“

Der Auswärtspunkt des 1. FC Nürnberg könnte Konsequenzen für den Gegner nach sich ziehen.

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Foto: DO IT NOW Media

Trauer in Hannover

„Man versteht die Fans – heute sind alle traurig. Die haben sich das natürlich alles ganz anders vorgestellt“, sagte Miroslav Klose nach dem letzten Spieltag der nun abgelaufenen Zweitligasaison am Sportschau-Mikrofon – allerdings nicht über die eigenen Anhänger, sondern die des Gegners. Denn durch das 3:3-Unentschieden gegen den FCN verpasste es Hannover 96, den Aufstiegsrelegationsplatz zu verteidigen und rutschte stattdessen auf den undankbaren vierten Rang ab.

Wutrede nach Remis gegen FCN

Auch wenn Klose betonte: „Wir müssen auf uns schauen“, zeigte er Mitgefühl mit seinem Trainerkollegen Christian Titz, der am 34. Spieltag an der Mission Aufstieg scheiterte. Ein Spiel gegen den FCN, das nun große Auswirkungen auf die 96er haben könnte – und bereits für Wirbel sorgte.

Nach der Punkteteilung mit den Franken und dem damit verpassten Aufstieg soll Titz laut BILD zu einer Wutrede bei einem Treffen in der Kabine angesetzt haben. Dabei soll vor allem der Zusammenhalt innerhalb des Staffs – und nicht der Mannschaft – Thema gewesen sein.

Trainer vor Rauswurf?

„Ihr seid stark genug. Da müsst ihr wieder angreifen und dafür wünsche ich euch alles Gute und viel Erfolg“, richtete Klose auf der Pressekonferenz noch aufmunternde Worte an Titz.

Doch derzeit scheint offen, ob der 55-Jährige überhaupt in der kommenden Saison erneut mit den Niedersachsen angreifen darf. „Nach dem verpassten Aufstieg muss Titz trotz Vertrag bis 2027 plötzlich um seinen Job zittern“, schreibt die BILD und bezieht sich dabei auf Aussagen von Aufsichtsrat Martin Kind: „Ich würde es erst mal offenhalten. Er hat trotz allem gute Arbeit geleistet, aber man sieht, wo gewisse Probleme und Grenzen liegen. Herr Titz ist seriös und ich schätze ihn sehr, aber zum Schluss werden wir alle wie immer im Leben an Ergebnissen gemessen.“

Entlassung kaum gerechtfertigt?

Heißt: Letztlich könnte das 3:3 von Hannover 96 gegen den 1. FC Nürnberg dazu führen, dass Christian Titz seinen Posten räumen muss – wenngleich zuvor auch 33 Spieltage Zeit gewesen wären, sich eine bessere Ausgangslage für den letzten Spieltag zu erarbeiten.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Die 96er spielten über weite Strecken wohl den attraktivsten Fußball der Liga, scheiterten jedoch häufig an ihrer Chancenverwertung und hätten rein leistungstechnisch den Aufstieg durchaus verdient gehabt. Gerade deshalb wäre eine Freistellung des Trainers nur schwer nachvollziehbar – und auch kaum gerechtfertigt.