FCN schickte halbe Profi-Mannschaft: Niederlage bei 1860 München

Die U23 des 1. FC Nürnberg reiste mit vier Spielern an, die am Vortag noch in der 2. Bundesliga in Karlsruhe dabei waren.

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Foto: DO IT NOW Media

Vor 15.000 Zuschauern

„Die ganze Mannschaft freut sich riesig auf diese Partie, denn solche Gegebenheiten sind für ein Spiel in der Regionalliga Bayern nicht alltäglich“, sagte Benedikt Kirsch vor der Partie der U23 des 1. FC Nürnberg beim TSV 1860 München.

Denn den kleinen Club erwartete am Sonntagnachmittag im Grünwalder Stadion ein ausverkauftes Haus mit 15.000 Zuschauern – eine Kulisse, wie sie für eine Mannschaft in der Regionalliga Bayern äußerst selten ist.

Halbe Profi-Mannschaft

Nicht allerdings für viele Spieler, die auf Seiten der Nürnberger aufliefen. Mit Robin Lisewski, Tobias Heß, Marko Soldic und Kristian Mandic standen gleich vier Spieler in der Startelf, die am Vortag noch mit den Profis beim 1:0-Auswärtssieg in Karlsruhe in der 2. Bundesliga dabei waren – Letzterer kam dort sogar in der Schlussphase zum Einsatz.

Mit Can Moustfa, Marc Kornwachs, Winners Osawe und Khalid Abu El Haija standen vier weitere Spieler auf dem Platz, die mindestens zum erweiterten Profikader zählen und regelmäßig unter Miroslav Klose trainieren. Insofern nutzte man die Gelegenheit, seinen Talenten Spielpraxis zu geben.

„Zu wenig Tiefe“ – Wolf-Elf verliert mit 0:2

Nichtsdestotrotz verlor diese zusammengewürfelte Elf gegen die aus der 3. Liga zwangsabgestiegenen Löwen letztlich nicht unverdient mit 0:2. Nachdem die Partie in der ersten Halbzeit noch torlos geblieben war, sorgte kurz nach der Pause ein Foulelfmeter für die Führung der Gastgeber. Noel Kaiser brachte Emre Erdoğan zu Fall, Tunay Deniz verwandelte in der 47. Minute sicher. In der 66. Minute sorgte Felix Weber für die Vorentscheidung, indem er eine Deniz-Ecke ins Tor bugsierte.

Auf der anderen Seite blieb der kleine Club in der Offensive zu harmlos: „Wir haben zu wenig die Tiefe belaufen. Wir müssen die Tiefe aus der zweiten Ruhe suchen und bespielen, weil Sechzig stand relativ hoch. Wir haben zu häufig den Querpass gespielt, dann ist es einfach zu verteidigen. Das müssen wir in den nächsten Wochen besser machen“, erklärte Trainer Andy Wolf am BR-Mikrofon.

Auswärtsschwäche: Nächster Versuch im kleinen Derby

Während der TSV mit seinem vierten Sieg und weiterhin ohne Niederlage aus neun Partien zumindest vorübergehend auf Platz drei sprang, rangierte die Wolf-Elf mit zehn Punkten im unteren Mittelfeld auf Platz 13. Insbesondere auf fremdem Platz tut sich die U23 des FCN mit nur einem Zähler aus vier Partien schwer.

„Ich würde eher Zufall sagen. Jetzt haben wir ein paar Tage Zeit. Freitag kommt das nächste Auswärtsspiel. Dann wollen wir es besser machen“, sieht Wolf darin noch keine grundsätzliche Auswärtsschwäche.

Am Freitag wartet direkt das nächste besondere Duell in der Fremde. Dann trifft die U23 des 1. FC Nürnberg im kleinen Frankenderby auf die der SpVgg Greuther Fürth, die derzeit bei sieben Zählern steht.

Womöglich gibt es dann erneut Verstärkung aus der Zweitliga-Mannschaft. Schließlich befindet sich diese aufgrund der nun drei Wochen andauernden Länderspielpause nicht im Spielbetrieb. Gegen 1860 eingesetzte Spieler wie Kornwachs, El Haija und Moustfa sind allerdings für ihre Nationalmannschaften im Einsatz.