FCN-Pokalspiel in anderem Licht: Auch andere Zweitligisten taten sich schwer

Sechsmal gab es in der ersten Runde das Duell zwischen einem Dritt- und Zweitligisten. Souveräner als der 1. FC Nürnberg waren auch die anderen Favoriten kaum.

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Foto: DO IT NOW Media

Keine gute Leistung

„Wir haben, wie im Derby, einfach nicht gut in unser Spiel gefunden, waren zu schleppend und haben nicht die richtigen Räume gefunden“, bilanzierte FCN-Trainer Miroslav Klose, nachdem sich der 1. FC Nürnberg zuvor denkbar knapp im Elfmeterschießen der ersten DFB-Pokalrunde gegen Viktoria Köln durchgesetzt hatte. Dass der Club weit hinter seinen Möglichkeiten blieb, bedarf keiner tieferen Analyse. Gründe dafür gab es gleich mehrere – unter anderem schaffte man es kaum, seine Offensivspieler in Szene zu setzen.

Die meisten Ballverluste der Franken verzeichnete mit Javier Fernandez, gefolgt von Adam Markhiyev, das Mittelfeld, das ansonsten so extrem ballsicher agiert. Am ersten Spieltag gegen Dresden war es noch Piet Scobel und am zweiten Spieltag in Fürth Mohamed Ali Zoma, die die meisten Ballverluste verzeichneten. Diesmal folgten auf den Rängen drei und vier mit Alexios Kalogeropoulos und Eric Porstner dann sogar zwei Abwehrspieler. Das unterstreicht, dass die Nürnberger Angreifer nur selten in Aktion waren.

Enge Spiele

Dass sich der Club schwertat, ist dennoch nicht wirklich überraschend. In der ersten Pokalrunde trafen sechsmal ein Drittligist und ein Zweitligist aufeinander. Lediglich ein einziges Mal setzte sich der vermeintliche Favorit in der regulären Spielzeit durch. Am Freitagabend lag der Karlsruher SC bei Preußen Münster zwar bis zur 69. Spielminute mit 1:0 hinten, konnte das Spiel in der Schlussphase aber noch auf ein 1:2 drehen. Bis zum Ausgleich war die Partie dennoch sehr ausgeglichen.

Gleichzeitig fand das Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern statt. Die Pfälzer erzielten erst in der 120. Minute – also in der letzten Minute der Verlängerung – das Siegtor zum 0:1. Angesichts von 53:47 Prozent Ballbesitz und 23:17 Abschlüssen zugunsten des Zweitligisten war auch hier das Spiel bis zum Schluss extrem ausgeglichen.

Zweimal ausgeschieden

Wie der FCN brauchte auch die Hertha aus Berlin das Elfmeterschießen, um sich in Saarbrücken durchzusetzen. Wenngleich das 1:1 nach 120 Minuten nicht dem Spielverlauf entsprach. Schließlich hatten die Hauptstädter bis dahin ein klares Übergewicht von 60:10 Strafraumaktionen, 32:7 Abschlüssen und 4,5 zu 0,3 Expected Goals.

Deutlich schlimmer verliefen die Spiele für den FC St. Pauli und Nürnbergs nächsten Gegner Arminia Bielefeld. Die Kiezkicker mussten bei Rot-Weiss Essen antreten – und verloren mit 0:2. Zwar verzeichnete man ein deutliches Plus an Ballbesitz, konnte damit aber nur wenig anfangen. 19:5 Abschlüsse für den Drittligisten sprechen eine klare Sprache.

Bielefeld flog beim Drittligaaufsteiger aus Großaspach zwar erst im Elfmeterschießen raus, darf sich darüber aber auch nicht beschweren. Auch die Arminen hatten mit 61 Prozent deutlich mehr Ballbesitz, waren bei den Abschlüssen (10:15) und Expected Goals (1,5:3,2) aber ebenfalls deutlich unterlegen.

Anderer Blickwinkel

Die Leistung des 1. FC Nürnberg macht dies freilich nicht besser. Auch der Club hatte in vielen Parametern – egal, ob Strafraumaktionen (17:29), Abschlüsse (10:20) oder Expected Goals (1,3:3,2) – gegenüber den Kölnern das Nachsehen.

Dass sich aber auch keiner der anderen fünf Zweitligisten gegen einen eine Liga tiefer spielenden Gegner souverän durchsetzte, gehört ebenfalls zur Wahrheit.