FCN nicht unbeteiligt – Personalbeben in der 2. Bundesliga?

Verpasste Aufstiegsträume und ein Trainerwechsel: Der 1. FC Nürnberg spielte bei beiden Rückschlägen von Hannover 96 eine Rolle.

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Foto: DO IT NOW Media

FCN lässt Aufstiegsträume platzen

Mit der 0:1-Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern endete für den 1. FC Nürnberg am vergangenen Wochenende eine saisonübergreifende Serie von 14 Pflichtspielen ohne Niederlage, die im April ihren Anfang genommen hatte. Gleich zweimal traf die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose in diesem Zeitraum auf Hannover 96 – zwei Begegnungen, die für die Niedersachsen weitreichende Folgen hatten.

Am letzten Spieltag der Vorsaison musste Hannover in der Schlussphase den Treffer zum 3:3-Ausgleich hinnehmen. Dadurch rutschten die 96er wenige Minuten vor Saisonende noch von Rang drei auf Platz vier ab und mussten jegliche Aufstiegsträume begraben.

Trainerentlassung nach FCN-Spiel

Ein bitterer Rückschlag, der auch den Druck auf den damaligen Trainer Christian Titz erhöht haben dürfte. Zwar gingen die Niedersachsen mit dem 55-Jährigen noch in die neue Spielzeit, trennten sich nach lediglich vier Punkten aus den ersten fünf Ligaspielen jedoch von ihm. Auch diesmal spielte der FCN eine Rolle: Mit einem 2:1-Sieg gegen Hannover fügte Nürnberg den 96ern jene Niederlage zu, auf die schließlich die Entlassung von Titz folgte.

Inzwischen hat Sandro Wagner das Traineramt übernommen, ist mit nur einem Punkt aus seinen ersten drei Ligaspielen allerdings denkbar schlecht gestartet.

Kind soll sich von Boldt abgewendet haben

Eine sportliche Gemengelage, durch die nun offenbar auch Sportgeschäftsführer Jonas Boldt zunehmend unter Druck gerät. Wie die BILD berichtet, soll es intern mittlerweile erhebliche Zweifel am 44-Jährigen geben. Schließlich steckt Hannover nach neun Spieltagen mit lediglich acht Punkten auf Rang 16 im Abstiegskampf, statt wie erhofft um die Rückkehr in die Bundesliga mitzuspielen.

Dem Bericht zufolge soll sich auch Aufsichtsratschef Martin Kind inzwischen von Boldt abgewendet haben. Eine schnelle Trennung sei demnach nicht mehr ausgeschlossen. Selbst der erst kürzlich verpflichtete Trainer Wagner soll bereits wackeln. Hinzu kommt, dass der Vertrag von Sportdirektor Ralf Becker ausläuft.

Hannover droht ein Personalbeben

Somit könnte Hannover 96 tatsächlich ein Personalbeben bevorstehen. Ganz unbeteiligt an der Entwicklung war der 1. FC Nürnberg zumindest sportlich nicht: Mit einem Unentschieden und einem Sieg gegen die Niedersachsen trug der Club sowohl zur verpassten Aufstiegsrelegation als auch zu den sportlichen Rückschlägen vor der Trennung von Titz bei.

Wie ernst die Lage in Hannover eingeschätzt wird, verdeutlichen die Worte von Martin Kind. „Wir dürfen nicht absteigen. Dann hätte ich 30 Jahre umsonst gearbeitet. Das kann ich nicht akzeptieren“, erklärte der Aufsichtsratschef auf Nachfrage der BILD zu möglichen personellen Konsequenzen.

Ob das sportliche Führungsduo aus Boldt und Wagner noch im Amt sein wird, wenn Hannover im Februar erneut auf den FCN trifft, erscheint angesichts der aktuellen Berichte zumindest fraglich.