Verlässt Reichert noch den FCN?
Bleibt oder geht er? Diese Frage treibt den 1. FC Nürnberg in diesem Sommer bei der Personalie Jan Reichert um. Der 25-jährige Torhüter ließ seine Zukunft bereits mehrfach offen – „Stand jetzt“ sei er beim FCN. Auch Joti Chatzialexiou konnte zum Trainingsauftakt einen Abgang seiner Nummer eins bis zum Ende des Transferfensters Anfang September nicht ausschließen: „Ich glaube, auf dem Torwartmarkt ist die Bewegung noch relativ ruhig im Vergleich zu der ein oder anderen Position“, merkte der Sportvorstand Ende Juni an.
Zuletzt schienen allerdings alle Torhüterpositionen in der Bundesliga, die für Reichert im Falle eines Wechsels wohl ausschließlich infrage kämen, besetzt.
Holt der VfB einen Seimen-Ersatz?
Doch nun scheint die von Chatzialexiou prognostizierte „Bewegung“ in Gang zu kommen – und zwar gleich bei zwei Bundesligisten.
Einerseits beim VfB Stuttgart: Nach dem Abgang von Alexander Nübel setzten die Schwaben auf den zuletzt an Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn verliehenen Dennis Seimen. Doch der 20-Jährige verletzte sich nun am Oberschenkel und wird frühestens im Oktober zurückkehren können.
Die Verantwortlichen des VfB stehen nun vor der Frage, ob sie entweder dem Ex-Nürnberger Fabian Bredlow das Vertrauen schenken oder noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden. „Wir haben auch ohne Dennis viel Qualität in unserem Torhüterteam, dennoch müssen wir in den kommenden Tagen erörtern, ob wir nochmals auf dem Transfermarkt aktiv werden“, wird Sportvorstand Fabian Wohlgemuth von der Sportschau zitiert.
Ob die Stuttgarter für lediglich drei Monate allerdings Geld und beispielsweise für Reichert gar eine Millionensumme in die Hand nehmen würden, erscheint zumindest fraglich – zumal es auch für den gebürtigen Schweinfurter neben der Chance, sich zu zeigen, ein hohes Risiko wäre, nach einer Rückkehr Seimens im Oktober wieder auf der Bank zu landen. Stattdessen könnte für den VfB auch die Verpflichtung eines vereinslosen Torhüters oder eine Leihe infrage kommen.
Torwartwechsel beim Effzeh?
Andererseits scheinen sich nun Unstimmigkeiten beim 1. FC Köln aufzutun. Das will zumindest der Express erfahren haben. Demnach sorge es für „Unverständnis und sogar Ärger“ bei Stammtorhüter und Kapitän Marvin Schwäbe, dass ihm der Effzeh bislang noch keine Verlängerung seines nach der Saison auslaufenden Vertrags angeboten habe. Deshalb soll die Seite des Torhüters den Markt nach anderen Möglichkeiten sondieren.
Gleichzeitig sollen sich auch die Kölner im Falle eines Angebots gesprächsbereit zeigen und unabhängig von Schwäbe für die Zukunft planen. Als großes Talent gilt Nachwuchskeeper Jacob Esser, der allerdings erst 16 Jahre alt ist. Hinter dem 37-jährigen Ersatztorwart Ron-Robert Zieler werde die Personaldecke laut Express dünn: „Der FC hält daher Ausschau nach einem Torhüter Anfang 20, der schon erste Profi-Einsätze vorweisen kann und viel Potenzial mitbringt – eine Art Übergangslösung zwischen dem etablierten Schwäbe und dem noch sehr jungen Esser.“
Eine Profilbeschreibung, die durchaus auch auf den 25-jährigen Reichert zutreffen könnte, der seit seinem Profidebüt vor zwei Jahren eine starke Entwicklung genommen hat.
Noch kein Interesse bekannt
Sowohl beim VfB Stuttgart als auch beim 1. FC Köln wäre es angesichts der jüngsten Entwicklungen keine große Überraschung, wenn der Name Jan Reichert zumindest einmal in den Gedankenspielen der jeweiligen Verantwortlichen auftauchen würde. Ob sich daraus tatsächlich ein Interesse am Torhüter des 1. FC Nürnberg entwickeln könnte, bleibt zunächst abzuwarten.
Aktuell ist jedenfalls noch nichts über ein konkretes Interesse eines Bundesligisten bekannt. Solange bleibt Jan Reichert auch ein Kandidat darauf, neuer Kapitän des FCN zu werden.


