Justvan freundete sich mit rechter Seite an
Beim 4:4 des 1. FC Nürnberg am vergangenen Wochenende gegen den VfL Wolfsburg gab es für Julian Justvan etwas, das es schon seit April nicht mehr gegeben hatte: In Abwesenheit des am Meniskus operierten Finn Becker rückte der 28-Jährige von Beginn an ins zentrale offensive Mittelfeld, nachdem er im vergangenen halben Jahr stets auf der rechten Offensivseite begonnen hatte.
Eigentlich eine Rolle, mit der er sich zum Ende der Vorsaison angefreundet hatte: „Was ich sagen kann – so wie wir es die letzten Spiele gemacht haben im 4-2-3-1, da habe ich ja mehr über die rechte Seite gespielt und da habe ich mich wohl gefühlt“, sagte er zum Trainingsauftakt dieser Saison.
Justvan hat sich „sehr wohlgefühlt auf der Zehn“
Gegen die Niedersachsen fand Justvan aber offenbar wieder mehr Gefallen an seiner angestammten Position, die er auch über den Großteil seiner bisherigen Karriere bekleidete. „Ich habe mich sehr wohlgefühlt auf der Zehn, habe deutlich mehr Spielanteile gehabt“, erklärte der Linksfuß nach der Partie.
Insbesondere in Kombination mit seinen beiden Hintermännern Adam Markhiyev und Javi Fernandez sah Nürnbergs Nummer Zehn ein gutes Zusammenspiel: „Ich glaube, dass dieses Zusammenspiel im Zentrum mit Javi und Adam extrem gut klappt. Dass wir gute Rotationen haben und dass wir schwer zu greifen sind.“
Justvan zuletzt mehr Abschlussspieler
Diese zentrale offensive Position vor den beiden Sechsern komme seinem Spiel entgegen und sei für ihn „positiv“: „Weil ich will der Ballverteiler sein. Das ist einfach meine Stärke“, hebt Justvan hervor. Interessanterweise veränderte sich Justvans Rolle in den letzten Monaten auf der rechten Seite etwas – hin zum Abschlussspieler statt Vorbereiter:
Laut Wyscout gab er in den ersten sieben Pflichtspielen dieser Saison nur eine einzige Schussvorlage, während er 14-mal selbst den Abschluss suchte. Gegen Wolfsburg und im Testspiel zuvor gegen Ingolstadt, als er erstmals wieder auf die Zehn zurückkehrte, kam Justvan dann auf vier Schussvorlagen bei immer noch acht eigenen Abschlüssen. Auch im Übergangsspiel war er wieder stärker involviert: Neun erfolgreiche Pässe ins Angriffsdrittel gegen den VfL und den FCI stehen zwölf in den sieben Pflichtspielen zuvor gegenüber.
Rechte Seite bleibt Option
„Das 1-gegen-1 offensiv über den Flügel ist auch eine Möglichkeit. Aber mir liegt dann doch eher die zentrale Rolle mehr“, zieht Justvan den Vergleich und zeigt sich zufrieden mit seiner Rückkehr auf die Zehn. Die Chancen dürften gut stehen, diese Position auch noch in den nächsten Monaten bekleiden zu dürfen. Schließlich droht Finn Becker bis Jahresende auszufallen.
Doch auch die rechte Seite scheint weiterhin eine Option zu bleiben. Schließlich rückte Justvan nach der Einwechslung von Rafael Lubach für den rechts spielenden Rayan Ghrieb vorübergehend wieder auf den Flügel – eine Maßnahme, die gleichzeitig zeigt, wie wichtig es für Miroslav Klose ist, seinen Vizekapitän möglichst lange auf dem Feld zu haben – auf welcher Position auch immer. „Heute war es gut, ich habe mich wohlgefühlt. Gucken wir mal, wie es beim nächsten Mal aussieht“, war Julian Justvan jedenfalls zufrieden mit seiner Rückkehr ins Zentrum.


