FCN-Mittelfeldspieler Becker exklusiv: „Ich will zweistellig scoren“

Der Linksfuß spricht über seine Lieblingsposition, sein Saisonziel und wie ihn ein ehemaliger Trainer des 1. FC Nürnberg geprägt hat.

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Foto: DO IT NOW Media

Ordentliche Debütsaison

30-mal lief Finn Ole Becker in seiner Debütsaison für den 1. FC Nürnberg auf – und beschreibt sie selbst als „okay, aber ganz zufrieden bin ich nicht“. Gerne hätte der Linksfuß mehr Scorerpunkte für den FCN gesammelt als die sieben, die es am Ende waren. Dabei startete er diesbezüglich gut in die Saison und verzeichnete nach seinen ersten zehn Einsätzen für den Club bereits drei Treffer sowie zwei Torvorlagen.

„Dann hatte ich eine Phase, in der es nicht so lief und in der wir auch versucht haben, anders Fußball zu spielen“, war er vor allem in der Rückrunde zwischenzeitlich nicht zufrieden – mit sich und der Mannschaft. Besser lief es zum Ende der Saison, als er im 4-2-3-1 auf der Zehnerposition agierte. „Am Ende fand ich uns wieder dominant und sehr, sehr gut. Ich finde, daran müssen wir anknüpfen.“

Achter oder Zehner?

In der Hinrunde agierte der Club fast immer mit einer Raute im Mittelfeld. Die vier Positionen waren an Adam Markhiyev, Rafael Lubach, Julian Justvan und Finn Ole Becker vergeben. Als halbrechter Achter sollte der 26-Jährige dabei immer wieder fußverkehrt gegnerische Pressingsituationen auflösen – und tat dies erfolgreich. Über die gesamte Saison hinweg spielte er schließlich die meisten Pässe der Franken unter Gegnerdruck.

Deshalb macht der Techniker auch keinen Hehl daraus, dass er sich grundsätzlich etwas weiter hinten wohler fühlt: „Ich spiele am liebsten auf der Acht. Wenn man auf der Zehn spielt, ist man ein Stückweit von den Bällen der Mitspieler abhängig.  Und wenn ich weniger Bälle und Aktionen habe, fühle ich mich nicht so wohl. Wenn ich tiefer spiele und mir die Bälle abholen kann, ist es für mich etwas einfacher.“

Bälle bekommen

Gleichzeitig erinnert er sich aber an die Schlussphase der vergangenen Saison, als er sich auf der Zehnerposition ebenfalls wohlfühlte. „Auf der Zehn bin ich darauf angewiesen, dass ich die Bälle bekomme“, erklärt der Linksfuß. Das klappte in der Vorbereitung beispielsweise gegen Waldhof Mannheim noch nicht so gut, zuletzt gegen Palermo und Real Oviedo aber schon.

Nicht zuletzt bei der Generalprobe gegen die Spanier bereitete Becker das 1:0 von Mohamed Ali Zoma sehenswert vor. „Wenn ich die Bälle bekomme, bin ich auch gerne Zehner“, dürfte er zuletzt durchaus Gefallen an seiner Rolle gefunden haben – und betont zugleich, dass das Mittelfeld der Franken ohnehin extrem viel Qualität mitbringt: „Wir haben generell ein starkes Zentrum mit vielen sehr, sehr guten Spielern.“

Viel vor

Bei sich selbst sieht der ehemalige Hoffenheimer unter anderem bei der Intensität, den Tiefenläufen und der Arbeit gegen den Ball noch Luft nach oben. „Da muss ich auf jeden Fall daran arbeiten. Aber ich habe in der Vorbereitung Gas gegeben und viel vor für die neue Saison“, blickt der Techniker nach vorne.

Für die Saison hat er sich auch ein konkretes Ziel gesetzt: „Ich will zweistellig scoren.“ Helfen soll ihm dabei auch sein Trainer Miroslav Klose: „Ich meine, er hat so viele Tore geschossen und kann mir gerne noch etwas beibringen. Daran will ich arbeiten. Das Detail von ihm ist dabei schon sehr, sehr gut.“

Auch abseits des Weltmeisters von 2014 hatte Nürnbergs Nummer 22 in seiner Laufbahn schon einige spannende Trainer. Beispielsweise war Fabian Hürzeler bei St. Pauli sein Co-Trainer, bei der TSG Hoffenheim spielte er unter anderem unter Pellegrino Matarazzo und Christian Ilzer. Geprägt hat ihn dabei vor allem der ehemalige FCN-Jugendtrainer Matarazzo: „Taktisch fand ich Pellegrino Matarazzo sehr, sehr gut. Da habe ich viel mitgenommen, wie man Fußball spielen möchte und welche Ideen er hatte. Bei St. Pauli war Timo Schultz richtig gut und ein Menschenfänger.“

Mit Miroslav Klose möchte Becker nun daran arbeiten, sein gestecktes Saisonziel zu erreichen: „Ich will weiter daran arbeiten, Scorer zu sammeln.“ Am Sonntag dürfte er im Heimspiel gegen Dynamo Dresden die erste Gelegenheit dazu bekommen – voraussichtlich erneut auf der Zehnerposition.