Markhiyev mit vielen Verwarnungen
Adam Markhiyev ist beim 1. FC Nürnberg nicht gerade als Kind von Traurigkeit auf dem Spielfeld bekannt. In der Vorsaison kassierte der defensive Mittelfeldspieler stolze zwölf Gelbe Karten – ligaweit nur von Fabian Kunze (15) überboten. Nach der Generalprobe gegen Real Oviedo, als sich der Finne innerhalb weniger Minuten zu einer Gelb-Roten Karte hinreißen ließ, war die Befürchtung groß, dass sich der Nationalspieler auch in dieser Saison wieder viele unnötige Verwarnungen und damit verbundene Sperren einhandeln könnte.
Klose erwartet Sperren bei Markhiyev
Nach dem 3:0-Auftaktsieg gegen Dynamo antwortete Miroslav Klose auf die Frage, ob Youngster wie Marc Kornwachs auf der Sechs zu Spielminuten kommen könnten, mit einem Augenzwinkern: „Es wird Minuten geben. Wir wissen, wie viele Karten Adam Markhiyev letzte Saison gesammelt hat – wie oft er ausgefallen ist. Deswegen gehe ich davon aus, dass er ein paar Minuten bekommt“, scherzte der Trainer, der noch die frischen Eindrücke aus der Generalprobe gegen Oviedo eine Woche zuvor im Kopf hatte.
„Aber mit Adam haben wir klar gesprochen, dass er die Ampel zu Hause lassen soll“, so Klose, der zufrieden war, dass sein Mittelfeldchef zumindest den ersten Spieltag ohne Karte überstand: „Sehr gut. Er hat sich nicht mit dem Schiedsrichter angelegt – wir sind schon auf einem guten Weg.“ Nicht zum ersten Mal betonte der 48-Jährige, dass Markhiyev ein anderes Ventil als Fouls finden müsse.
Markhiyev mit meisten Fouls der Liga
Nach vier Spieltagen scheint sich an Markhiyevs aggressiver Spielweise allerdings wenig geändert zu haben – im Gegenteil. Mit 13 Fouls ist der 24-Jährige in dieser Statistik Spitzenreiter der 2. Bundesliga und hat damit bereits fast ein Drittel seiner Foulspiele aus der gesamten Vorsaison erreicht.
Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied: Trotz der meisten Fouls der Liga blieb Markhiyev in der 2. Bundesliga bislang komplett ohne Verwarnung. Lediglich im Pokalspiel in Köln sah er eine fast schon Markhiyev-typische, unnötige Gelbe Karte.
Kein Vorbeikommen
Alles in allem scheint Markhiyev seine Fouls inzwischen also deutlich cleverer zu wählen und dadurch Karten zu vermeiden – wenngleich ein sehr zweifelhafter Pfiff gegen ihn am Samstag in Kiel zum Freistoß vor dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich führte.
Ansonsten galt an diesem Tag, an dem der spielstarke Rechtsfuß neben seinem Tor und seiner Vorlage insgesamt sieben Fouls beging, fast immer: Ein Vorbeikommen gibt es gegen ihn, wenn überhaupt, nur unter Schmerzen. Zwar gewann Markhiyev lediglich fünf seiner zwölf Defensiv-Zweikämpfe, stoppte seinen Gegenspieler in fünf weiteren Situationen allerdings per Foul.
Gelingt ihm das weiterhin ohne Verwarnungen, dürfte Miroslav Klose zufrieden sein – und womöglich auch ein klein wenig überrascht.


