Zwei kleine Überraschungen
Bei der Generalprobe vor der anstehenden Zweitligasaison setzt sich der 1. FC Nürnberg mit 2:1 gegen Real Oviedo durch. Durchaus überraschend waren die beiden Außenverteidiger, die beim FCN von Beginn an starteten. Rechts hinten lief Tim Janisch auf und erhielt damit den Vorzug vor Neuzugang Iannis Masouras. Nachdem Eric Porstner angeschlagen fehlte, durfte Tobias Heß als Linksverteidiger beginnen – und erledigte seine Aufgabe sehr gut.
Chancenlos
Das Spiel begann extrem einseitig. Der Club hatte deutlich mehr den Ball, die bessere Spielanlage und war individuell überlegen. Es wirkte, als wären die Spanier nicht ansatzweise auf das Spiel der Franken eingestellt. Immer wieder konnte sich die Mannschaft von Miroslav Klose durch die gegnerischen Reihen spielen. Diese versuchten, im 4-4-2 kompakt zu verteidigen – bekamen aber zu keiner Zeit Zugriff auf das Nürnberger Spiel. „Wir machen es richtig gut und spielen eine super erste Halbzeit“, war Julian Justvan voll des Lobes.
Stattdessen kam der FCN immer wieder in seine Abläufe und ließ seine Qualität dabei aufblitzen. Ein klar erkennbares Muster war erneut das Anlocken im Spielaufbau auf der rechten Seite, um einen Spieler diagonal flach im Zentrum freizuspielen und von dort aus auf den links in der Breite positionierten Mohamed Ali Zoma zu verlagern. Nahezu in Perfektion gelang das vor dem 1:0. Einen Pass von Javier Fernandez konnte Finn Ole Becker in der Spielfeldmitte behaupten und auf Zoma weiterleiten – nach dessen Solo in Richtung Zentrum führte der Club in der zehnten Minute.
Wenig spektakulär
Auch das zweite Tor konnte man aus dem eigenen Ballbesitz heraus kreieren. Diesmal stand Oviedo etwas tiefer als vor dem Führungstreffer – und der FCN war wie gewohnt mit fünf Spielern hinter Piet Scobel positioniert. Adam Markhiyev chippte den Ball auf Zoma, der mal wieder nicht gestoppt werden konnte. Seine Flanke konnte Scobel per Kopf ins lange Eck verwerten und die Führung ausbauen.
Nachdem die Nürnberger nach nicht mal 20 Minuten bereits mit 2:0 in Führung lagen, wurde es in den nächsten Minuten deutlich ereignisärmer. Der spanische Zweitligist war nicht nur gegen den Ball ungenügend, auch mit Ball fand er kaum statt. Der Club stellte im Mann-gegen-Mann zu, nach dem ersten flachen Pass des gegnerischen Torhüters – oftmals in die Mitte – war der Ball dann schnell wieder bei der Klose-Elf.
Große Aufregung
Viel änderte sich in der Statik des Spiels auch in den verbleibenden Minuten vor und nach der Pause nicht. Bis der FCN in Unterzahl geriet. Vorausgegangen war zunächst ein Rückpass Markhiyevs, bei dem sich Janisch verschätzte und durch eine Notbremse in der 53. Minute die rote Karte erhielt.
Spätestens ab jetzt war es dann irgendwie doch kein richtiges Freundschaftsspiel mehr. Oviedo agierte überhart – und Markhiyev ließ sich davon anstecken und flog nach seiner zweiten gelben Karte in der 62. Minute vom Feld. Auch abgesehen davon gab es fast schon regelmäßig Rudelbildungen und viele Auseinandersetzungen auf dem Feld. „Wir dürfen uns nicht provozieren lassen. Wir haben das Spiel in der Hand und sind die bessere Mannschaft“, mahnt Justvan.
2:1-Sieg
Interessanterweise hielt der FCN auch in doppelter Unterzahl an seiner Viererkette gegen den Ball fest. Dass die Spanier von nun an mehr den Ball hatten und auch zu Chancen kamen, überraschte angesichts des 9-gegen-11 nicht. Vieles konnte der FCN dann zwar spätestens im Strafraum noch wegverteidigen oder sich auf Torhüter Robin Lisewski verlassen. Lediglich in der 85. Minute war man machtlos, nachdem ein Gegenspieler vom rechten Flügel nach innen zog und mit seinem linken Fuß sehenswert aus der Distanz traf.
Dennoch steht am Ende ein 2:1-Testspielerfolg. „Wir schauen nur auf uns und ich glaube, dass wir mit dem Test zufrieden sein können“, zeigte sich Trainer Klose einverstanden mit der Leistung seiner Mannschaft. Tatsächlich konnte der 1. FC Nürnberg in der ersten Halbzeit viele gute und klar erkennbare Abläufe auf den Platz bringen, ehe man in Unterzahl geriet. So blickt man beim FCN insgesamt positiv auf die Vorbereitung zurück – weiß aber auch, dass es erst am kommenden Sonntag gegen Dynamo Dresden um Punkte in der 2. Bundesliga geht.


