FCN: Ein Spektakel, das eine klare Entwicklung zeigt?

Die letzten Spiele des 1. FC Nürnberg könnten ein Fingerzeig sein.

1. FC Nürnberg FCN News Analyse CLUBFOKUS Miroslav Klose Joti Chatzialexiou
Foto: DO IT NOW Media

Gute Bilanz

Zwei Siege aus drei Partien konnte Miroslav Klose mit dem 1. FC Nürnberg in seinen bisherigen Duellen gegen von Christian Titz trainierte Mannschaften einfahren. Das erste Aufeinandertreffen gegen Magdeburg verlor der FCN damals zwar chancenlos mit 0:4, das Rückspiel gewann man jedoch spektakulär mit 4:3.

Auch im Hinspiel zwischen dem Club und Hannover 96, die Titz seit dieser Saison trainiert, setzte sich die Klose-Elf mit 2:1 durch. Den bisherigen Punkteschnitt konnte man am Sonntag mit dem 3:3 bei den Niedersachsen zwar nicht aufrechterhalten, man entschied sich aber erstmals für eine deutlich aktivere Herangehensweise.

Offensiver FCN

Am Ende der Partie konnte der Club 53% Ballbesitz verzeichnen, spielte deutlich mehr Pässe (460:383) und hatte zudem die bessere Passquote (85%:78%) als Hannover. Das war in den vorherigen Begegnungen deutlich anders. Im Hinspiel gewann man mit 33% Ballbesitz, spielte nicht einmal halb so viele Pässe (281:579) und schlug viele lange Bälle. Dem Rückrundensieg der Vorsaison ging zwar keine schlechte Leistung voraus – und dennoch war auch hier der Matchplan ein deutlich anderer als nun, was die Zahlen angesichts von 35% Ballbesitz oder der Anzahl der Strafraumaktionen (6:31) verdeutlichen.

Deutliche Änderungen

Das Spiel gegen Hannover reihte sich diesmal in die letzten Nürnberger Auftritte ein. Vergleicht man beispielsweise die letzten vier Partien – also Hannover, Schalke, Fürth und Magdeburg – mit den fünf davor (Bielefeld, Dresden, Braunschweig, Kaiserslautern, Kiel), werden die Unterschiede in der Herangehensweise der Klose-Elf relativ deutlich – obwohl man auch in diesem Zeitraum nur eine Niederlage kassierte. Man definiert sich wieder deutlich mehr über fußballerische und offensive Elemente als zuvor. Folglich stieg nicht nur die Anzahl der Tore oder Expected Goals, sondern auch die der Abschlüsse (fast vier mehr pro Spiel) deutlich.

Besonders auffällig sind aber die unterschiedlichen Werte bezüglich Ballbesitz, Passquote etc. Spielte man zuvor 343 Pässe pro Partie, sind es nun 414 – mit einer Präzision von 83%, nachdem es zuvor laut Wyscout 78% waren, was auf die gesamte Saison bezogen der zweitniedrigste Wert aller 18 Zweitligisten darstellen würde.

Das ist sicherlich auch auf die Spielertypen zurückzuführen, auf die man seitdem setzt. So durfte zuletzt beispielsweise Finn Ole Becker immer beginnen, während es in den Vorwochen Rabby Nzingoula oder Tom Baack waren. Damit einhergehend reduzierte sich die Anzahl der Ballverluste (14 pro Spiel) deutlich und auch der Anteil an langen Bällen (von 14% auf 9%).

Zukunft?

So darf man gespannt sein, wie die Nürnberger Ausrichtung in der kommenden Spielzeit zu Saisonbeginn aussehen wird. Schließlich äußerte man zwischenzeitlich den Wunsch, mehr „Zweitligafußball“ zu spielen, rückte in den vergangenen Wochen davon aber – erfolgreich – wieder ab. Stattdessen war das Spiel gegen Hannover eines, das der FCN mit Ball sehr gut absolvierte. Viel Bewegung, sehr viel dynamisches Auflösen über den Dritten und ein hohes Mann-gegen-Mann gegen den Ball, das zugleich auch das ein oder andere Risiko aufzeigte.

Sicherlich gibt es viele Arten und Weisen, wie man erfolgreich Fußball spielen kann. Beim Club war es aber lange Zeit nicht klar, wie diese Art und Weise aussehen soll. Die letzten Spiele – und vor allem das in Hannover – könnten zumindest als Ansatz dafür dienen. Diese Ansätze nun aber endlich auch konstant über einen längeren Zeitraum zu bestätigen und zu verfeinern, muss der nächste Schritt sein.