FCN nach gutem Start vor wichtiger Phase
18 Punkte nach neun Spieltagen, durchschnittlich zwei Zähler pro Partie: Trotz einer Serie von nur zwei Punkten aus den vergangenen drei Begegnungen kann der 1. FC Nürnberg weiterhin die Bilanz eines Aufstiegskandidaten vorweisen. Allerdings steht dem Club nach dem guten Saisonstart nun eine richtungsweisende Phase bevor.
Das sieht auch Ex-Profi und heutiger Experte Benjamin Lauth so, der bei Wettbasis die kommenden Wochen als entscheidend einstuft: „Jetzt ist eine ganz wichtige Phase bis zum Winter: Können sie die Position halten? Können sie dranbleiben?“ Gerade angesichts des emotionalen Umfelds eines Traditionsvereins seien für den ehemaligen 1860-Stürmer „die nächsten Ergebnisse ganz wichtig“.
Sechs Stürmer, aber „vier schießen gar keine Tore“
Insbesondere die Offensive von Trainer Miroslav Klose betrachtet Lauth kritisch – und das unabhängig vom verletzungsbedingten Ausfall von Mohamed Ali Zoma, der dem Club mindestens bis zum Winter fehlen wird.
„Abwehr steht, Mittelfeld ist top. Vorne fehlt mir ein richtig guter Spieler“, analysiert der 45-Jährige und sieht Sportvorstand Joti Chatzialexiou und Co. deshalb in der Winterpause gefordert: „Wenn sie dann noch mal nachlegen, sprechen wir von einer noch größeren Chance, ins Aufstiegsrennen eingreifen zu können.“
Abgesehen von Zoma und Piet Scobel sieht Lauth im Nürnberger Angriff nur wenige Spieler, denen er regelmäßig Tore zutraut. „Sie haben fünf oder sechs Stürmer, davon schießen aber vier gar keine Tore und bereiten auch wenig vor“, kritisiert der frühere Bundesliga-Profi.
Dabei nennt er unter anderem Sigurd Haugen, der den FCN seiner Einschätzung nach „nicht nach oben schießen“ werde. Auch William Bøving traut Lauth keinen plötzlichen Torrausch zu: „Bøving hatte ein gutes Jahr bei Sturm Graz, ist aber davor und danach auch nicht bekannt gewesen für viele Tore. Er wird auch nicht explodieren und in der Rückrunde zehn Stück machen. Dann bleiben nur die zwei.“
„Ohne Verstärkung im Winter wird es nichts werden“
Will der 1. FC Nürnberg tatsächlich um den Aufstieg mitspielen, sieht Lauth deshalb Handlungsbedarf: „Aber ohne eine richtig gute Verstärkung im Winter wird es nichts werden. Deswegen hoffe ich, dass sie ordentlich nachlegen.“
Angesichts des gelungenen Saisonstarts erkennt er darin zugleich eine Chance für den Verein: „Vielleicht ist es jetzt der Moment, in dem man sagt: Wir kratzen dran und wir gehen ins Risiko.“
Unabhängig von seiner Kritik an der Offensive bescheinigt Lauth den Verantwortlichen allerdings gute Arbeit. „Sie haben von außen gesehen einen Plan“, lobt der 45-Jährige und hebt dabei unter anderem die Geduld mit Miroslav Klose während zwischenzeitlich schwieriger Phasen hervor.
Diesen Plan dürfte man beim Club auch weiterhin konsequent verfolgen und dabei sorgfältig abwägen, ob und in welchem Umfang im Winter noch einmal in die Offensive investiert werden soll.
Entscheidend könnte dabei sein, wie sich die Mannschaft in den kommenden Wochen ohne Mohamed Ali Zoma und Finn Becker präsentiert – und ob es ihr gelingt, den Anschluss an die oberen Tabellenplätze bis zum Ende der Hinrunde zu halten.


