Ex-FCN-Spieler Castrop will nach WM „deutlich mehr Verantwortung übernehmen“

Der 22-Jährige hofft auf eine ähnliche Entwicklung wie einst beim 1. FC Nürnberg – im zentralen Mittelfeld.

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Foto: DO IT NOW Media

Ordentliche Debütsaison

86 Zweitligaspiele bestritt Jens Castrop für den 1. FC Nürnberg. Dabei konnte er sich nach und nach weiterentwickeln und in seiner letzten FCN-Saison auch spielerisch viele Schritte nach vorne machen. Das fiel unter anderem auch der Borussia aus Mönchengladbach auf, für die er in der abgelaufenen Saison sein Debüt in der höchsten deutschen Spielklasse geben durfte.

Auch wenn die Fohlen keine gute Saison spielten und lange im Abstiegskampf feststeckten, kann Castrop aus persönlicher Sicht von einer gelungenen ersten Spielzeit in der Bundesliga sprechen. 27-mal kam er in der Liga zum Einsatz, davon auch 20-mal in der Startelf. Zwei Rotsperren – nicht gerade untypisch für den 22-Jährigen – verhinderten mehr.

Fokus auf die WM

Derzeit bereitet sich der ehemalige Nürnberger mit der südkoreanischen Nationalmannschaft auf die Weltmeisterschaft vor, für die Castrop nominiert wurde. „Unser Anspruch ist es, mindestens die K.o.-Phase zu erreichen“, möchte er auf jeden Fall die Vorrunde überstehen, wie er gegenüber der Sportbild verrät. In der Gruppenphase trifft man dabei auf Tschechien, Mexiko und Südafrika. Bislang kam er für Südkorea siebenmal zum Einsatz. Die Wahrscheinlichkeit, dass das ein oder andere Spiel mehr dazukommt, ist sehr groß. Schließlich durfte er auch bei den beiden letzten Vorbereitungsspielen auflaufen.

Reitz-Nachfolger?

Nach der Weltmeisterschaft möchte der gebürtige Düsseldorfer seine Rolle im Verein weiter stärken. 2025/26 kam er oftmals als Schienenspieler zum Einsatz. „Ich glaube, langfristig liegt mir die Position im Mittelfeld noch etwas besser, weil ich dort am meisten Einfluss nehmen kann“, hofft er auch bald auf mehr Spielminuten im Zentrum. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht – Gladbachs Spielführer Rocco Reitz, der im Mittelfeld gesetzt war, wechselt zu RB Leipzig und hinterlässt auf Castrops Wunschposition folglich eine Lücke.

So könnte sich für den zweikampfstarken Rechtsfuß eine Parallele zu seiner Zeit in Nürnberg auftun. Auch hier kam er zunächst auf der Außenbahn – damals als Rechtsverteidiger – zum Einsatz und wurde nach und nach mehr ins Mittelfeldzentrum versetzt.

Mehr Verantwortung

Unabhängig von seiner Position will der ehemalige deutsche Juniorennationalspieler bald noch mehr vorausgehen: „Mein Ziel ist es, noch deutlich mehr Verantwortung zu übernehmen. […] Wir brauchen vielleicht den einen oder anderen Spieler mehr, der die anderen auch in schlechten Phasen mal mitziehen kann. Das ist eine Rolle, die ich künftig gerne mehr einnehmen würde. Ich selbst ziehe aus Rückschlägen die größte Kraft. Und wenn jemand im Training vielleicht mal etwas Larifari macht, dann sage ich auch klar meine Meinung.“

Insgesamt kann man auf jeden Fall davon sprechen, dass Jens Castrop auf einem guten Weg zu sein scheint. Damit reiht er sich nahtlos zu den anderen Spielern rund um Finn Jeltsch oder Nathaniel Brown ein, die beim 1. FC Nürnberg eine tolle Entwicklung nahmen – und nun in der Bundesliga für Aufsehen sorgen.