Erst Klassenunterschied, dann einen Gang zurück: FCN schlägt FC Ingolstadt mit 3:1

Der ein oder andere Spieler aus der zweiten Reihe des 1. FC Nürnberg konnte sich zeigen.

1. FC Nürnberg FCN NEws analyse CLUBFOKUS Mikayil Faye
Foto: DO IT NOW Media

Ohne viele Stammspieler: FCN-Sieg bei Beierlorzer-Debüt

Seinen ersten und einzigen Test während der Länderspielpause konnte der 1. FC Nürnberg gegen den FC Ingolstadt mit 3:1 gewinnen – und das, obwohl gleich sieben Stammspieler nicht zum Einsatz kamen und stattdessen der ein oder andere Profi aus der zweiten Reihe Spielpraxis sammeln durfte. So stand beispielsweise Robin Lisewski im Tor, Styopa Mkrtchyan feierte nach langwierigen Adduktorenproblemen sein Comeback und Neuzugang Andrea Ceresoli sein Debüt. Auch Rayan Ghrieb, William Bøving, Rafael Lubach, Giannis Masouras und Sigurd Haugen durften sich zeigen. Die angestammte Achse bildeten derweil Julian Justvan, Fynn Otto und Javi Fernandez.

Aufseiten des Drittligisten war es das Debüt von Achim Beierlorzer, der für die entlassene Sabrina Wittmann übernommen hatte und ebenfalls eine Elf aufbot, in der sich einige Nicht-Stammspieler zeigen durften.

FCN übernimmt schnell die Kontrolle

Nach anfänglichem Chaos, das der Gegner durch sein mannorientiertes Pressing zu erzeugen versuchte, übernahm die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose schnell die Kontrolle. Insbesondere die neuformierte linke Seite war dabei sehr aktiv. Einerseits, weil der immer wieder einrückende Ceresoli stark in den Aufbau eingebunden wurde und sich dabei technisch versiert präsentierte. Andererseits, weil viele FCN-Angriffe über den sehr aktiven Bøving liefen – zumal das Duo auch im Zusammenspiel gut harmonierte.

Ghrieb mit Traumtor: frühes 2:0

In der 11. Minute besorgte Javi Fernandez den 1:0-Führungstreffer, nachdem er zuvor selbst den Ball im Gegenpressing erobert hatte. Gegen eine in dieser Szene passive FCI-Abwehr kombinierte sich der Spanier per doppeltem Doppelpass mit Bøving durch den Strafraum. Der Norweger legte schließlich von der Grundlinie auf Fernandez ab, der aus rund sechs Metern nur noch einschieben musste.

Nur drei Minuten später wählte Mkrtchyan gegen das hohe Pressing der Oberbayern einen langen Ball in Richtung Haugen, der auf Justvan ablegte. Der Zehner verlagerte auf den rechts isolierten Ghrieb, der sich im Eins-gegen-eins durchsetzte und den Ball von der rechten Strafraumkante mit einem traumhaften Linksschuss zum 2:0 ins linke obere Eck beförderte.

Ingolstadt verliert zunehmend den Zugriff

Mit zunehmender Dauer der ersten Hälfte bekam Ingolstadt immer weniger Zugriff auf das variable Ballbesitzspiel des Clubs, der sich auch nicht vor langen Schlägen in Richtung Haugen scheute. Auf der anderen Seite wurden die Schanzer selbst häufig zum langen Ball gezwungen. Diese Duelle entschied Mkrtchyan gegen seinen direkten Gegenspieler nahezu allesamt für sich, sodass der FCI den Ballbesitz meist schnell wieder verlor.

Beim vorentscheidenden 3:0 in der 36. Minute zeigte sich Ingolstadt erneut zu passiv und erlaubte dem FCN eine Kombination aus dem linken Halbraum. Ghrieb bediente den tiefstartenden Ceresoli mit einem feinen Steckpass, der im Nachschuss zu seinem Debüttor kam.

Nach der Pause: weniger intensiv und fehleranfälliger

Nach der Pause wurden die Schanzer wieder etwas aktiver, während es der FCN mit der komfortablen Führung im Rücken gemächlicher angehen ließ. Das zeigte sich unter anderem in der 56. Minute, als man die Gäste nach einer kurz ausgeführten Freistoßvariante zum Anschlusstreffer kommen ließ.

In der 60. Minute feierte dann auch Mikayil Faye sein Debüt im Clubtrikot. Gemeinsam mit Adriano Grimaldi und Tim Janisch kam der Innenverteidiger in die Partie.

Danach schlichen sich beim FCN mehr und mehr Leichtsinnsfehler ein. Mit zwei bösen Fehlpässen von Otto und Fernandez lud man die Ingolstädter zu weiteren Treffern ein, doch beide Möglichkeiten blieben ungenutzt. Gleichzeitig legte der Club selbst nicht mehr die Intensität aus dem ersten Durchgang an den Tag, kam nicht mehr so konsequent ins Mann-gegen-Mann- und Gegenpressing, wodurch der FCI zu längeren eigenen Ballbesitzphasen kam.

Auch die Auswechslung von Haugen, der zuvor einige Bälle festgemacht hatte, machte sich bemerkbar. Ohne gegnerische Fehler erspielte sich der Drittligist allerdings weiterhin nur wenige Torchancen. In der Schlussphase brachte der FCN schließlich wieder etwas mehr Kontrolle ins eigene Spiel, ließ jedoch Möglichkeiten auf einen weiteren Treffer liegen.

Souveräner Testspielerfolg des FCN

Unter dem Strich stand nichtsdestotrotz ein souveräner Testspielerfolg des 1. FC Nürnberg, der insbesondere im ersten Durchgang den Klassenunterschied deutlich aufzeigte. Nach der Pause schaltete die Klose-Elf einen Gang zurück, ohne das Spiel noch ernsthaft aus der Hand zu geben.

Insbesondere Ceresoli sowie die Offensivreihe um Bøving, Ghrieb und Haugen zeigten, dass sie Kandidaten für mehr Einsatzminuten sein können. Womöglich ergibt sich die nächste Chance darauf bereits am kommenden Wochenende, wenn im Samstagabend-Topspiel der 2. Bundesliga der VfL Wolfsburg im Max-Morlock-Stadion gastiert.