FCN-Konkurrent sticht deutschlandweit heraus
124 externe Neuzugänge – Leihrückkehrer ausgenommen – konnten die 18 Vereine der 2. Bundesliga zusammengerechnet laut transfermarkt.de (Stand: 14. Juli, 19:30 Uhr) bereits offiziell vermelden. Der 1. FC Nürnberg liegt mit seinen sieben Neuverpflichtungen dabei ziemlich genau im bisherigen Durchschnitt. Doch ein Ligakonkurrent sticht nicht nur ligaintern, sondern sogar deutschlandweit deutlich heraus.
Denn dreieinhalb Wochen vor dem Zweitligaauftakt ist Hertha BSC der einzige deutsche Profiklub, der bislang noch keinen einzigen externen Neuzugang präsentiert hat. Stattdessen musste die Alte Dame die Abgänge von Leistungsträgern wie Fabian Reese, Kenneth Eichhorn und Michael Cuisance verkraften, die dem Verein Ablösen von insgesamt mehr als 20 Millionen Euro einbringen. Der bevorstehende Wechsel von Torhüter Tjark Ernst dürfte diese Summe nochmals um rund fünf Millionen Euro erhöhen.
Sparkurs nach verpasstem Aufstieg
Dass der Vorjahressiebte daraus bislang noch keine Neuverpflichtung realisieren konnte, dürfte auch mit der finanziellen Situation des Vereins zusammenhängen. Schließlich sollte in der vergangenen Saison mit einem teuren Kader rund um Topverdiener Reese die Rückkehr in die Bundesliga gelingen. Der verpasste Aufstieg hat nun einen harten Sparkurs zur Folge.
Gleichzeitig scheint Hertha aber auch etwas an Strahlkraft verloren zu haben. Mehrere Spieler sollen einem Wechsel nach Berlin bereits abgesagt haben. Dennoch versucht man beim Hauptstadtklub, Ruhe zu bewahren: „Wir arbeiten bereits seit einigen Monaten intensiv an unserem Kader und verfolgen dabei einen klaren Plan. Der Transfermarkt entwickelt sich bis zum Ende der Wechselperiode sehr dynamisch, deshalb braucht es an manchen Stellen auch Geduld“, erklärte der Verein gegenüber der BILD.
Leitl fordert Zugänge
Noch hat die monatelange Arbeit allerdings keinen einzigen Neuzugang hervorgebracht – und das nur noch 24 Tage vor dem Eröffnungsspiel beim VfL Bochum. „Es muss jetzt definitiv was passieren. Wir haben schon viele junge Spieler dabei und möchten kein Risiko eingehen“, fordert Trainer Stefan Leitl Verstärkung. Idealerweise sollen die Neuzugänge noch vor Beginn des Trainingslagers am 17. Juli feststehen: „Die Profile sind ganz klar vorgegeben, was wir brauchen. Jetzt liegt es am Verein, zu handeln“, macht der 48-Jährige gegenüber der BILD deutlich.
Geschäftsführer verspricht klaren Plan
Stand jetzt verfügen die Berliner wenig überraschend über den kleinsten Kader der Liga. Dieser wird zwar nach wie vor von prominenten Namen wie Paul Seguin oder Josip Brekalo angeführt, ist aber noch weit davon entfernt, ausgewogen oder gar eingespielt zu sein.
„Wir müssen daran glauben, dass die Strategie greift. Wir arbeiten sehr hart an dieser Strategie. Und es macht euch vielleicht an der einen oder anderen Stelle nervös. Das ist vollkommen legitim. Wir haben aber einen klaren Plan, was in den nächsten Tagen und Wochen passieren wird“, bat Geschäftsführer Dr. Peter Görlich bei seiner Rede zur Saisoneröffnung die eigenen Anhänger um Vertrauen.
Noch bleiben Hertha BSC gut sechs Wochen Zeit, den Kader zu verstärken, ehe das Transferfenster schließt. Zum Duell mit dem 1. FC Nürnberg kommt es übrigens erst, wenn das Wintertransferfenster bereits geöffnet ist: Mitte Januar am 17. Spieltag.


