Seit Sommer Sportvorstand
Im Sommer dieses Jahres begann für einen ehemaligen Aufstiegshelden und Kapitän des 1. FC Nürnberg die Funktionärskarriere. Gemeinsam mit Ex-Profi Romain Brégerie, den er noch aus gemeinsamen Zeiten beim SV Darmstadt 98 kennt, bildet Hanno Behrens den Sportvorstand beim Regionalligisten VfB Lübeck. Dort soll das Duo die „Vision 2030“ vorantreiben, die eine weitere Professionalisierung des Vereins und die Rückkehr in den Profifußball vorsieht.
Erst Krise, dann Serie
Rein sportlich erlebte Behrens mit dem Traditionsverein, dem in den vergangenen 22 Jahren nur zweimal für jeweils eine Saison der Sprung in die 3. Liga gelang, einen Fehlstart. Keine der ersten neun Partien konnte der Vorjahresneunte gewinnen und fand sich demzufolge am Tabellenende wieder.
„Es gab einige Baustellen: keine Mannschaft, zunächst kein Trainerteam, wenig finanzielle Mittel. Dazu kam der Konflikt mit den Fans“, berichtete Behrens gegenüber den Lübecker Nachrichten über die zahlreichen Schwierigkeiten – und verriet damals: „Entspannt sind wir überhaupt nicht. Seit drei Monaten bin ich nicht entspannt.“
Inzwischen ist allerdings die Trendwende gelungen: Seit acht Spielen sind die Schleswig-Holsteiner ungeschlagen und haben sich bis auf Rang neun vorgearbeitet.
Zwischen Weltmeistern und Klopp
Parallel zu seiner Tätigkeit in Lübeck arbeitet Behrens an seiner Trainerkarriere. „Wenn ich auf mein Herz höre, dann geht es Richtung Trainer – am liebsten auch Cheftrainer, irgendwann in der Bundesliga“, sagte der 36-Jährige noch Ende vergangenen Jahres im Podcast „Auf der Linie“. Ein Ziel, das er trotz seines Engagements als Sportvorstand nicht aus den Augen verloren hat.
Nach seiner bereits abgeschlossenen B-Lizenz arbeitet er nun im neuen DFB-Lehrgang „Player’s Pathway“ an der A-Lizenz. Mit Sami Khedira und Shkodran Mustafi zählen unter anderem zwei Weltmeister von 2014 zu den Teilnehmern, mit Patrick Erras ist zudem ein weiterer ehemaliger Nürnberger dabei.
„Viele interessante Einblicke, wertvoller Austausch und neue Perspektiven für die eigene Entwicklung als Trainer. Ein besonderes Highlight waren die Einblicke von Bundestrainer Jürgen Klopp“, berichtete Behrens auf Instagram von den kürzlich verbrachten Tagen am DFB-Campus in Frankfurt.
Eines Tages wieder beim FCN?
Ob als Funktionär oder Trainer: Hanno Behrens stellt sich für seine Karriere nach der aktiven Laufbahn breit auf. Zumal er bereits während seiner Zeit als Profifußballer ein Sportmanagementstudium abgeschlossen hat.
Wohin ihn sein Weg in den kommenden Jahren führen wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht ja eines Tages auch zurück zum 1. FC Nürnberg – in welcher Funktion auch immer. Seinen Ex-Verein verfolgt er nach eigenen Aussagen im Club-Podcast jedenfalls noch „sehr intensiv“.


