Profi-Debüt
Ein „ganz, ganz spannender Junge“ ist Tobias Heß – dieses Lob erhielt er von Miroslav Klose während des Trainingslagers des 1. FC Nürnberg in Südtirol. Gleichzeitig betonte der FCN-Trainer vor gut zwei Monaten, dass er den Außenverteidiger „schon länger auf dem Schirm“ habe.
Die Belohnung für eine gute Vorbereitung und seine Leistungen in der U23 des Clubs folgte bereits. Zweimal wurde Heß in der 2. Bundesliga eingewechselt, einmal im DFB-Pokal. „Ich war gar nicht so sehr aufgeregt. Ich habe mich einfach gefreut, dass ich vor den eigenen Fans auf den Platz durfte“, erinnert er sich gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung an sein Debüt am ersten Spieltag gegen Dynamo Dresden zurück. Zwar sei das Niveau sicherlich ein anderes als in der Regionalliga Bayern und das Tempo höher – „aber es ist immer noch Fußball“.
FCN-Fan
2020 – als er damals 14 Jahre alt war – wechselte er in das Nürnberger Nachwuchsleistungszentrum. Für den gebürtigen Oberpfälzer ist dies eine besondere Ehre – auch weil sein Vater, der früher in der Bayernliga für den ASV Neumarkt kickte, seit Jahrzehnten glühender FCN-Anhänger ist. Diese Leidenschaft für den Verein kann der 20-Jährige bestätigen: „Der Club ist mein Verein. Ich werde hier alles geben und mich voll reinhauen.“
„Schon etwas Besonderes“ sei es für das Nürnberger Talent gewesen, als er seinem jetzigen Trainer Klose erstmals die Hand gab: „Du spürst die Aura, wenn er vor dir steht.“ Mittlerweile passiert dies regelmäßig – und Heß betont, dass der Weltmeister von 2014 „ganz normal und bodenständig“ ist.
Ungewöhnliche Nebentätigkeit
Während der Rechtsfuß in der U23 der Franken absoluter Stammspieler und Leistungsträger ist, dürfte er in Zukunft auf noch mehr Einsätze bei den Profis hoffen. Immerhin in fünf der bisherigen sieben Pflichtspiele schaffte es Heß in den Kader des Clubs.
Parallel dazu geht er einer durchaus ungewöhnlichen Nebentätigkeit nach – er ist Hausmeister an der Grundschule in Pilsach. „Müll aufräumen, zusammenkehren, alles zusammenschrauben, was so anfällt“, gehören hier zu seinen Aufgaben. Am meisten Spaß mache ihm jedoch die Pausenaufsicht – da er hier mit den Schülern Fußball spielen kann. Noch lieber macht er dies das nächste Mal aber wahrscheinlich wieder im Max-Morlock-Stadion.


