„Ein weiteres Profil“ für den FCN
Nach monatelangem Warten konnte der 1. FC Nürnberg endlich seinen langersehnten Neuzugang für die Linksverteidigerposition verkünden: Andrea Ceresoli wechselt von der U23 Atalanta Bergamos an den Valznerweiher. Nach Informationen der BILD soll sich die Ablösesumme auf 500.000 Euro belaufen, die Italiener sicherten sich zudem eine Weiterverkaufsbeteiligung von 15 Prozent.
„Mit Andrea bekommen wir noch einmal ein weiteres Profil hinzu, welches unsere Möglichkeiten in der Defensive erweitert“, so Joti Chatzialexiou, der den 23-jährigen Italiener, der auch im Abwehrzentrum spielen kann, allerdings auf der linken Abwehrseite einplant: „Genau dort sehen wir ihn auch.“
Teil einer starken Defensive
In der vergangenen Saison war Ceresoli an den Serie-C-Klub Benevento ausgeliehen und kann auf ein starkes Jahr zurückblicken. Einerseits, weil am Ende die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg standen. Andererseits war der FCN-Neuzugang Teil der zweitbesten Defensive unter den 60 Mannschaften der drittklassigen Serie C. Nur ein Team ließ weniger gegnerische Expected Goals zu, am Ende kassierte Benevento lediglich 28 Gegentore in 38 Ligaspielen.
Spielstarker Linksverteidiger
Ceresoli kam in 35 Ligaspielen zum Einsatz und absolvierte gut 80 Prozent seiner mehr als 3.000 Einsatzminuten auf der Linksverteidigerposition. Neben überdurchschnittlichen Zweikampfwerten – Kopfballduelle ausgenommen – präsentierte sich der 1,77 Meter große Linksfuß auch am Ball äußerst spielstark und ballsicher. Sowohl seine Anzahl an Pässen (40 pro 90 Minuten) als auch seine Passquote von 85 Prozent zählen ligaweit zu den Bestwerten unter den Außenverteidigern der Serie C. Auch sein progressives Passspiel – insbesondere die Präzision von 81 Prozent – gehört zu den Top-5-Prozent der Liga. Grundsätzlich ist der gebürtige Lombarde allerdings ein Spieler, der eher die kurze Lösung sucht.
Prädestiniert für die inverse Rolle?
Wenngleich Ceresoli kein Ballträger oder Dribbler wie Berkay Yilmaz ist, schaltet auch er sich regelmäßig in die Offensive ein, sucht das Dribbling (2,3 pro 90 Minuten) und schlägt Flanken (3 pro 90 Minuten) – auch wenn daraus in der vergangenen Saison letztlich nur zwei Torvorlagen entstanden. Insgesamt war der ehemalige italienische Jugendnationalspieler direkt an 1,1 Abschlüssen pro 90 Minuten beteiligt.
Anhand seiner Spielweise könnte Ceresoli gut zum Fußball unter Miroslav Klose passen – umso mehr in der aktuellen Rolle des Linksverteidigers, der sich immer wieder auch im Halbraum positionieren soll. Zunächst muss sich der Neuzugang allerdings erst einmal gegen Konkurrent Eric Porstner behaupten.
Verbindung mit Zoma
Ohnehin bleibt zunächst abzuwarten, wie schnell Ceresoli seine Qualitäten auf die 2. Bundesliga übertragen kann. Schließlich beschränkt sich seine Erfahrung in Italiens zweithöchster Spielklasse trotz seiner bereits 23 Jahre auf lediglich sieben Einsätze. Stattdessen absolvierte er bislang 112 Partien in der Serie C. Wie gut ein solcher Sprung gelingen kann, bewies allerdings Mohamed Ali Zoma, der ebenfalls aus der dritten italienischen Liga nach Nürnberg wechselte.
Wie aus Instagram-Kommentaren hervorgeht, sind Zoma und Ceresoli, die künftig die linke Seite beim 1. FC Nürnberg bilden könnten, ohnehin keine Unbekannten. Andreas Bruder Diego spielt für die U20 von AlbinoLeffe – jenem Verein, bei dem Zoma ausgebildet wurde und den er im Sommer 2025 verließ. Zuvor standen Diego Ceresoli und Zoma sogar gemeinsam im Kader der ersten Mannschaft. Eine erste Verbindung nach Nürnberg besteht also bereits.
„Die Eindrücke aus den Gesprächen waren durchweg positiv. Der Verein hat eine große Strahlkraft. Es ist ein großer Schritt für mich, nach Deutschland zu gehen. Diesen mache ich jedoch voller Überzeugung“, kommentierte Andrea Ceresoli seinen Wechsel.


